Nick Knatterton : Auszeichnung für Spurensicherung

Wie einst Nick Knatterton: Der BDK-Landesvorsitzende Stephan Nietz überreicht Nadine Wilke-Schalhorst die Schirmmütze.
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Wie einst Nick Knatterton: Der BDK-Landesvorsitzende Stephan Nietz überreicht Nadine Wilke-Schalhorst die Schirmmütze.

Ihr Projekt hilft vor allem geschundenen Mädchen und Frauen: Seit gestern darf die Rechtsmedizinerin Nadine Wilke-Schalhorst die Nick-Knatterton-Mütze vom Bund Deutscher Kriminalbeamter tragen.

shz.de von
01. März 2017, 18:58 Uhr

Die Rechtsmedizinerin Dr. Nadine Wilke-Schalhorst (39) ist neue Nick-Knatterton-Preisträgerin. Stephan Nietz, der Landesvorsitzende im Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) händigte der Medizinerin gestern bei einer kleinen Feierstunde im Kieler Schloss neben der Urkunde die obligatorische Schirmmütze des legendären Comic-Detektivs mit der phänomenalen Spürnase aus.

Die gebürtige Frankfurterin arbeitet als Rechtsmedizinerin im Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE) in Hamburg. In enger Kooperation mit Kollegen in Kiel und Lübeck hat sie ein Projekt auf die Beine gestellt, das einen ziemlich umständlichen Namen trägt („Vertrauliche Spurensicherung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“), den Betroffenen aber eine große Hilfe ist. Denn hier können misshandelte Mädchen oder verprügelte Ehefrauen ihre Verletzungen aufnehmen lassen, ohne dass sie sofort offizielle Anzeige gegen den Täter erstatten.

„Das ist eine große Hilfe für die Frauen“, erklärt Nadine Wilke-Schalhorst. Denn kommt es – etwa nach Wiederholungstaten – irgendwann zur Anklage, können sie frühere Gewalttaten belegen. „Sie fühlen sich vor Gericht sicher“, ist die Erfahrung der Rechtsmedizinerin. Sie hat mit ihren Kollegen mittlerweile ein eigenes Netzwerk aufgebaut und macht auch die niedergelassenen Hausärzte auf das Projekt aufmerksam.

„Ich habe doch kein passendes Gesicht für die Schirmmütze“, gab sich Nadine Wilke-Schalhorst bei der Ehrung zunächst etwas zurückhaltend, machte sich dann aber doch mit der Kopfbedeckung vertraut. Immerhin kann die Mütze auch Schatten spenden – was bei der Lektüre durchaus hilft. Denn die 39-Jährige ist begeisterte Leserin. Eigentlich muss man nicht nachfragen, um welche Literatur es sich handelt. Natürlich Kriminalromane!  

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