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Bilderschau im Landtag : Ausstellung zur ersten künstlichen Straße im Norden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Chaussee von Altona nach Kiel schrieb Geschichte. Die 1833 fertiggestellte, rein dänische Verbindung war die erste planmäßig angelegte Straße im Norden. Seit Jahren widmet sich der Hobby-Historiker Heinrich Kautzky der Erforschung.

Große Anerkennung für Heinrich Kautzky und sein Projekt der Erforschung, Dokumentation und Begrünung der ersten „Kunststraße“ im Norden: Bis Ende August läuft im Kieler Landtag die Ausstellung „Die Chaussee von Altona und Kiel“. Die Verbindung zwischen den beiden dänischen Städten folgte zwar der alten Handelsroute. Aber mit der vom Dänen-König Friedrich VI. in Bad Bramstedt vollzogenen Eröffnung am 1. Juli 1833 begann das moderne Kapitel der Verkehrsgeschichte. Die Chaussee war die erste – nach dem Vorbild des Schotten Mac Adam – planmäßig errichtete Straße. Sie besaß ein festes Pflaster, Regen-Ablaufrinnen, Meilensteine zur Orientierung, eigene Mauthäuser und eine nahezu durchgehende Baumbepflanzung zu beiden Seiten.

Daran erinnerten Jörn Biel als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes und Holger Gerth als Präsidiumsmitglied bei der feierlichen Eröffnung am Mittwochabend. Sie würdigten das Verdienst der Initiative von Kautzky, die die historische Straße für die Öffentlichkeit „wieder sichtbar gemacht“ habe.

Die Begrüßungsrede hielt die Landtags-Vizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber. Die heutige SPD-Landtagsabgeordnete war jahrelang Kollegin von Kautzky im Umweltamt der Stadt Neumünster – wie überhaupt das Projekt in Neumünster seine Geburtsstunde feiern durfte. Beim Schleswig-Holstein-Tag 2008 hatten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Sponsor Günther Fielmann auf dem Großflecken in Neumünster die ersten neuen Alleebäume auf der historischen Trasse gepflanzt. Niemand konnte damals ahnen, dass das Projekt solch eine gewaltige Dimension entfalten sollte. Mittlerweile stehen wieder 1200 Linden neben der Straße.

Mit großformatigen Bildern, mit historischen Skizzen und dem 1834 angelegten „Inventarium“ der Chaussee will die Ausstellung die Besucher über die Bedeutung der Straße aufklären. 1945, in den letzten Kriegstagen, wurde die Chaussee zur Straße des Leidens, als 800 KZ-Insassen unter erbärmlichen Bedingungen zu Fuß aus Fuhlsbüttel ins Arbeitslager nach Kiel-Hassee getrieben wurden. Auch an diesen berüchtigten Todesmarsch erinnert die Ausstellung im Landtag.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 19:31 Uhr

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