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Ausgezeichnet: „Kinderarmut vermindern“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hilfsprojekt ermöglicht einkommensschwachen Familien Urlaub

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die drei Laboer Sabine und Joachim Schuldt sowie Monika Boje haben vor sechs Jahren das Projekt „Kinderarmut vermindern“ unter dem Dach der Kirche gegründet. Für ihr Engagement gegen die Benachteiligung von Kindern aus einkommensschwachen Familien erhielten sie den mit 2500 Euro dotierten Preis der Akademie für ländliche Räume. Einstimmig hatte sich die Jury unter den zehn Bewerbern für das Projekt aus Laboe entschieden. „Uns hat überzeugt, wie hier das Thema Kinderarmut angegangen wird. Denn Kinderarmut ist mehr als nur kein Geld zu haben. Dazu zählt vor allem der Mangel an Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Und da setzt das Projekt Kirche hilft helfen an. Das ist genau der richtige Weg,“ begründet Helga Klindt, Vorsitzende der Akademie, die Jury-Entscheidung.

Das besondere am Projekt: Hier werden keine Gutscheine verteilt, sondern die gesamte Familie, Eltern und Kinder, nimmt an den Angeboten teil und wird dabei intensiv von Pädagogen und Erzieherinnen begleitet und unterstützt. Joachim Schuldt beschreibt den Ansatz: „Über gemeinsames Erleben innerhalb der Familie und mit anderen wachsen Kompetenzen in Sachen Erziehung, Kommunikation, Ernährung und Wirtschaften.“ So wird die Erziehungskraft der Eltern wird gestärkt, indem Alltagskompetenzen nebenbei vermittelt werden. Beim Urlaub auf dem Bauernhof erhalten die Familien Hilfe und Anregungen zu Ernährungsfragen und zur Kindererziehung ganz nebenbei und nicht mit dem Zeigefinger. Über Spiele und den Umgang mit Tieren lernen sie ein neues Miteinander kennen. Dass sei laut Schuldt besonders viel wert, denn nur in einer geschützten und geordneten Familie können sich Kinder selbstbewusst entfalten.

„In Gemeinden wie Laboe nimmt gesellschaftliches Engagement immer mehr ab. Wir wollten mit dem Projekt etwas schaffen, mit dem sich auch andere identifizieren können, das vielleicht sogar Nachahmer in anderen Kommunen findet“, sagt Joachim Schlundt. Er empfindet es als christliche Aufgabe, den Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Ziel des Projektes ist, ungerechte Startchancen auszugleichen. Schlundt: „Kinderarmut erkennt man daran, dass die Kinder weniger an Bildungsprozessen und Kultur teilnehmen.“

Deshalb ermöglichen die drei pensionierten Pädagogen bereits seit vier Jahren den Familien einen gemeinsamen Urlaub auf dem Bauernhof an der West- und Ostküste. „Wir übernehmen da alle Kosten, von der Unterbringung bis zum Fahrradverleih“, sagt Schuldt. Wie können sie das finanzieren? „Als Anschubfinanzierung gab es 12 000 Euro vom Kirchenkreis und der -gemeinde. Seit dem finanzieren wir uns komplett aus Spenden“, erzählt Joachim Schlundt stolz. So sammeln sie in Kollekten oder Jubiliare oder Hochzeitspaare spenden für das Projekt. Auch das Geld, was Joachim Schuldt bei seiner Veranstaltungsreihe „Plattdütsch in uns Kark“ einnimmt, kommt dem Projekt zugute. Im nächsten Sommer fahren 25 Familie dank des Projektes in den Sommerurlaub auf den Bauernhof.

Die drei Pädagogen hoffen, mit ihrer Idee andere anzustecken: „Künftig werden wir viel häufiger die Fragen beantworten müssen, wie wir uns gegenseitig helfen können und wie wir miteinander umgehen bevor wir überlegen, wie wir die Geburtenrate steigern.“

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