A 21 : Ausbau steckt im Morast fest

Ortstermin an der Baustelle: Staatssekretär Frank Nägele (links), LBV-Direktor Torsten Conradt und Matthias Forster von der zuständigen LBV-Niederlassung Rendsburg.
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Ortstermin an der Baustelle: Staatssekretär Frank Nägele (links), LBV-Direktor Torsten Conradt und Matthias Forster von der zuständigen LBV-Niederlassung Rendsburg.

Der Untergrund bei Löptin muss befestigt werden und sorgt für mehrere Monate Verzögerung und Mehrkosten in Höhe von 15 Millionen Euro.

shz.de von
29. Juli 2015, 18:04 Uhr

Der Grund ist morastig – und dadurch zu weich, um darauf die Autobahn 21 weiterzubauen. Das hat jetzt ein Gutachten ergeben. Deshalb wird der Ausbau des gut zwei Kilometer langen Teilstücks zwischen Nettelsee und Löptin (Kreis Plön) rund 14 Kilometer südlich von Kiel in der Warteschleife bleiben. Zumindest bis zum Frühjahr 2016.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums müssen 1470 Betonpfähle und ein Textil-Netz den Untergrund zunächst stabilisieren. Ein aufwändiges und teures Verfahren, das für Mehrkosten von rund 15 Millionen Euro sorgt und den Autofahrern zwischen Kiel und Bad Segeberg mehr Geduld und Nerven abverlangt.

Bis zu 24 Meter dicke „Weichschichten“ erschweren den Ausbau der B  404 zur A  21 rund um den Bereich Löptin. Die Lösung: Laut Gutachten ist eine Art „unterirdische Brücke“ notwendig, wie Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele das Verfahren jetzt bezeichnete, das vor zukünftigen „bösen Überraschungen“ bewahren soll. Etwa, dass die neue Autobahn absackt. Auf einer 200 Meter langen Strecke sollen demnach alle zwei Meter Pfähle mit bis zu 19 Metern Länge in den Boden gerammt werden. Das besagte Textilnetz soll diese miteinander verbinden und so ein sicheres Fundament für die Straßendecke bilden. Bereits in den vergangenen Wochen hat eine Firma ein „Probefeld“ mit einem Dutzend Betonpfähle angelegt.

Weitere Kosten verursacht unterdessen eine 17 Meter tiefe Spundwand, die parallel zur Bundesstraße auf einer Länge von 200 Metern eingebaut werden muss. Sie wird nach Angaben des Ministeriums in Kiel notwendig, um den Verkehr auf der B  404 im Zuge der Bauarbeiten weiterhin zu ermöglichen.

Der Auftrag für den 2,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen Nettelsee und Löptin soll nun europaweit ausgeschrieben werden. Der gesamte Abschnitt zwischen Stolpe und Nettelsee auf einer Länge von 5,4 Kilometern wird sich laut Nägele und Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) um mehrere Monate „bis in die erste Jahreshälfte 2018 verzögern“. Insgesamt wächst der Kostenberg von bisher veranschlagten 52 Millionen auf rund 66 Millionen Euro. Vom vierspurigen Ausbau der B  404 wurde bisher seit Baubeginn vor dreieinhalb Jahren eine Strecke von zwei Kilometern realisiert – inklusive Rastplatz bei Depenau. Zum Projekt gehören auch mehrere neue Brücken.

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