Kieler Woche : Auf Streife mit dem Security-Chef

Konzertbeginn von Thees Uhlmann: Umut Tasbasi im Einsatz vor der Bühne.
Konzertbeginn von Thees Uhlmann: Umut Tasbasi im Einsatz vor der Bühne.

Umut Tasbasi koordiniert den Sicherheitsdienst rund um die Hörn - unsere Zeitung hat ihn bei seinem Rundgang während des Konzerts von Thees Uhlmann begleitet.

shz.de von
27. Juni 2014, 06:08 Uhr

Mit den ersten Takten von Thees Uhlmann bewegt er sich durch den Backstagebereich vor die Bühne. Ein paar Worte mit den Kräften im Fotograben, ein prüfender Blick über das Publikum, das Funkgerät sicher in der rechten Hand – Umut Tasbasi ist bereit für seinen Rundgang.

Tasbasi ist Chef des Security-Dienstleisters Sicherheit-SH, der im Auftrag des Veranstalters Kai City Events für einen reibungslosen Ablauf der Kieler Woche von der Hörn bis zum Germaniahafen sorgen soll – inklusive der Konzerte. Zwischen 40 und 90 Mann hat er im Einsatz. An diesem Abend rockt der Ex-Sänger der Hamburger Band Tomte die Bühne von Delta Radio. Tasbasi erwartet einen mittelstarken Andrang. Es ist kurz nach 19 Uhr. Die Sonne scheint. Die Leute feiern.

Tasbasi durchquert die Menge durch einen Graben aus halbhohen Metallzäunen, einen „Wellenbrecher“. „Der soll verhindern, dass bei größerem Andrang nicht zu viel Druck Richtung Bühne aufgebaut wird“, erklärt er. Der Security-Mann im Graben steht auf seinem Posten. Ein Klopfer auf die Schultern, Tasbasi geht zufrieden weiter. Kein Anflug von Stress.

Die Anspannung, sagt er, die spürt er nur vor dem Beginn der Kieler Woche. Dann ist die Organisation des Sicherheitsdienstes die größte Herausforderung für Umut Tasbasi. Wenn die Festwoche gestartet ist, will der 36-Jährige so gut vorbereitet sein, dass er auf alle Situationen reagieren kann. „Sachlich herangehen, nicht von spontanen Entwicklungen überraschen lassen“, das ist seine Devise. Panik in der Menge etwa? „Massen und Enge – darauf können wir reagieren. Zugänge auf das Konzertgelände können wir dicht machen, die Notausgänge sind klar gekennzeichnet“, sagt Tasbasi. Wovor er Respekt hat, ist, wenn ein Gast gesundheitlich in Not gerät. Herzinfarkt etwa. Aber dafür gibt es ja Sanitäter. Auch auf seinem Rundgang weist er ständig auf die mobilen Teams hin. „Wir können nun mal Zwischenfälle nicht verhindern“, betont Tasbasi, als er Richtung Germaniahafen geht.

Auf dieser Kieler Woche hat er erst eine Situation erlebt, die ihn gefordert hat. Sechs bis sieben junge Männer, die am späten Sonnabend an der Kaimauer untereinander sehr aufgebracht waren. „Erst haben wir sie zur Zurückhaltung aufgefordert, dann kam die Polizei“, erzählt Tasbasi. Am Ende verschwand die Gruppe.

Tasbasi überquert die Hörnbrücke, schiebt ein paar Absperrgitter zur Seite. Er achtet auf Stolperfallen, funkt Kollegen an, dirigiert mehr Kräfte zum Zelt an der Halle 400. Wenig später ist er zurück an der Hörnbühne. Die Sonne scheint. Die Leute feiern. Thees Uhlmann spielt die letzten Songs seines Konzerts. Einer heißt „Sommer in der Stadt“. Immer noch: Alles ruhig.

Mehr Aufwand erwartet der Security-mann für den Donnerstagabend, nach dem WM-Spiel zwischen Deutschland und den USA. Tasbasi:„Ich habe nur einen Gedanken – Sieg.“

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