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Dänisches Erbe : Auf Spurensuche durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dass Kiel einst dänisch war, ist den meisten Kielern durchaus bewusst. Wie stark aber der skandinavische Einfluss war und ist, wissen nur die Wenigsten. Zwei neue Touren zu Fuß oder per Rad führen zu den wichtigsten Orten dänischen Lebens in Kiel.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 17:09 Uhr

Das Angebot historischer Streifzüge durch die Stadt hat sich verdoppelt. Nach den beiden Themenrouten „Düsternbrook“ und „Kieler Matrosenaufstand 1918“ gibt es jetzt auch einen Spaziergang sowie einen Radausflug zu den „Dänischen Spuren“. Alle Wege mit sämtlichen Anlaufpunkten sind gut vorbereitet im Internet zu finden, dort lässt sich bei Bedarf auch eine Übersichtskarte ausdrucken: www. kiel.de/kultur/ kulturspuren/.

Ausgearbeitet hat die beiden neuen Touren der südschleswigsche Verein (SSF) in Pris-Klaustorp (Pries-Klausdorf). Ihr Vorsitzender Hauke Paulsen und seine Mitstreiter legten zum Start auch eine 48-seitige farbige Broschüre vor, die den Titel trägt „Dänisch in Kiel – eine Einladung nach Südschleswig“. Sie soll deutschstämmige Kieler ebenso wie neugierige Gäste auf das dänische Erbe an der Förde aufmerksam machen. Das kostenlos erhältliche Heft liegt an den Info-Tresen der Rathäuser sowie bei der Tourist-Info aus.

Die Route für Spaziergänger etwa beginnt auf dem Friedhof am Eichhof, wo der Grabstein des dänischen Gelehrten Jens Baggesen steht. In Dänemark hoch verehrt, ist sein Name hierzulande fast vergessen: Baggesen war zweisprachiger Schriftsteller und ab 1811 der erste Professor für dänische Literatur an der Christian-Albrechts-Universität. Die Forstbaumschule, 1785 als Königlich-Dänische Forstlehranstalt gegründet, gehört ebenso zu den Anlaufpunkten wie das Kieler Schloss, jahrhundertelang Residenz der dänischen Könige, oder der Warleberger Hof.

Die 28 Kilometer lange Radtour führt in den Kieler Norden. Sie startet am Kanalpackhaus in Holtenau, das seine historische Bauform behalten hat und den Anfang des früheren Eider-Kanals markiert, des Vorläufers zum heutigen Nord-Ostsee-Kanal. Angefahren werden auch die historischen Güter im Dänischen (!) Wohld wie Knoop, Seekamp, Eckhof oder Bülk. Und die Festung Friedrichsort, von den Dänen vor fast 400 Jahren errichtet, ist heute Deutschands einzige erhaltene Seefestung (wir berichteten).

Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigte sich erstaunt, wie viel dänische Geschichte in der Kieler Historie steckt. Er lobte die selbstbewusste dänische Minderheit für ihre Arbeit an den Kulturspuren und gestand auch seinen eigenen Lernfortschritt bei diesem Thema ein. Damit ist er aber wohl nicht allein. Kämpfer wörtlich: „Ich möchte wissen, wie viele Kieler das dänische Erbe wirklich auf der Pfanne haben.“

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