zur Navigation springen

Vom Radweg auf die Strasse : Auf der Werftstraße können Radler auf die Fahrbahn wechseln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Radfahrer, aber auch Autofahrer müssen in Kiel umdenken. Für immer mehr Radwege entfällt die Benutzungspflicht, immer öfter dürfen die Pedalisten gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr die Straße benutzen. Aktuell hat die Stadt den Straßenzug Werftstraße / Schönberger Straße von der Elisabethstraße in Gaarden bis Wischhofstraße in Wellingdorf für Radler freigegeben.

Uwe Redecker, der städtische Radverkehrsbeauftragte, schätzt, dass in den nächsten Jahren für 70 bis 80 Prozent der Radwege die Benutzungspflicht entfällt. Für den Kronshagener Weg, den Skandinaviendamm in Mettenhof oder die Kiellinie (das frühere Hindenburgufer) sei dies bereits geschehen. Hier dürfen Radler mit den Autos auf der Straße rollen.

Redecker gibt dafür juristische Gründe an – das Bundesverwaltungsgericht hatte das Fahrbahnverbot für den Radverkehr einkassiert – und finanzielle Argumente. Allein die Sanierung der schadhaften Kieler Radwege sei ein Millionenprojekt. Und der Aufwand für die Verbreiterung schmaler Wege – die Straßen-Verkehrsordnung gibt zwei Meter als Mindestmaß vor – betrage ein Vielfaches dieser Summe. Außerdem führe auch der Boom an E-Rädern („Pedelecs“) dazu, dass häufiger die Straße statt des Radweges benutzt werde.

Eigene Radwege soll es in der Zukunft nur noch an Straßen geben, wo der Verkehr mit mehr als Tempo 50 unterwegs ist oder wo viele Lastwagen anzutreffen sind. Das Nebeneinander von Autos und Drahteseln auf der Straße muss laut Redecker nicht nachteilig sein. Ganz im Gegenteil: Auf der Straße werde der Radfahrer von Autofahrern besser wahrgenommen, „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ nennen das die Experten. Dagegen würden gerade an Orten, wo vorfahrtsberechtigte Radwege andere Straßen kreuzen, immer wieder Unfälle passieren – Radler werden übersehen.

Insgesamt bewegen sich die Zahlen von Kollisionen mit Radlern in der Stadt seit geraumer Zeit bei jährlich etwa 400. Obwohl der Anteil des Radverkehrs stetig wachse und bei 166 000 Fahrten täglich (500 000 Kilometern) bereits 22 Prozent des gesamten Verkehrs ausmache. Redecker zieht daraus die Folgerung: „Radfahren ist in Kiel in den vergangenen Jahren sicherer geworden.“

zur Startseite

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 21:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert