Segeln lernen : Auf der Welle des Erfolgs

Übergabe des Steuerrades: (v. l.) Lara, Marie, Rasmus und die übrigen Segelkinder stellten sich mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtwerke-Chef Frank Meier zum Abschlussbild.
Übergabe des Steuerrades: (v. l.) Lara, Marie, Rasmus und die übrigen Segelkinder stellten sich mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtwerke-Chef Frank Meier zum Abschlussbild.

Das Camp 24/7 legte gestern vorläufige Saison-Bilanz vor: 4000 Teilnehmer wurden im kleinen Segel-Dorf an der Kiellinie gezählt. Dank kräftiger Sponsorenhilfe kann der Nachwuchs hier den Segelsport kennenlernen.

shz.de von
07. September 2018, 19:24 Uhr



Mit seiner 16. Auflage ist das Camp 24/7 an der Kiellinie schon fast erwachsen – jedenfalls so alt, dass mittlerweile die ersten Kinder, die 2003 hier das Segeln lernten, heute selber dem Nachwuchs den richtigen Umgang mit Wind und Wellen beibringen können. Das Camp hatte Anfang Mai eröffnet und beendet seine Saison in gut einer Woche – gestern gab’s eine vorläufige Bilanz.

Angesichts von rund 4000 Teilnehmern, was ungefähr auch die Zahl aus dem Vorjahr war, sprach Oberbürgermeister Ulf Kämpfer von einer anhaltenden Erfolgsgeschichte. „Und wer hat schon den Bundespräsidenten zu Besuch!“, erinnerte er an Frank-Walter Steinmeier, der sich im Segel-Stützpunkt sichtlich wohl fühlte und mit dem Nachwuchs geduldig das Knotenlegen übte.

Ein Aspekt war dem Oberbürgermeister aber besonders wichtig. Gerade weil dem Segelsport noch immer der Ruf einer elitären Freizeitbeschäftigung anhaftet. „Man muss keine reichen Eltern haben, um hier segeln zu können“, stellte Kämpfer fest. Zwar ist auch im Camp 24/7 die Teilnahme an Lehrgängen nicht kostenlos. So ist eine ganze Schulklasse mit 96 Euro dabei, pro Nase also mit 4 Euro. Diese Gebühr liegt aber weit unterhalb der Selbstkosten und ist nur deshalb zu halten, weil es neben dem Hauptsponsor der Kieler Stadtwerke noch Dutzende von weiteren Unterstützern gibt.

„Das Camp 24/7 ist nicht wegzudenken aus Kiel“, betonte gestern Stadtwerke-Chef Frank Meier. Im Namen so mancher Erwachsener beneidete er die jungen Segler, die in diesem heißen Sommer im Rahmen ihrer Ausbildung im Optimisten und im Kutter ja auch das Kentern übten und sich damit eine Erfrischung in der Förde gönnen durften.

Das Segel-Camp hat ein Dutzend feste Mitarbeiter und darüber hinaus etwa 30 Helfer. Sie kümmerten sich neben dem Wassersport auch um Angebote wie Beachvolleyball und waren auch dabei, als die Special Olympics eine Woche lang an der Förde gastierten.

Traditionell wird zur Eröffnung des Segel-Camps das historische Steuerrad ganz offiziell an den Nachwuchs ausgehändigt. Gestern, beim vorläufigen Abschied, ging’s andersrum. Lara (9), Marie (7), Rasmus (8) und die übrigen Kinder des vorerst letzten Lehrgangs gaben das Steuerrad an Kämpfer und Meier zurück. Die beiden Erwachsenen versprachen, das Stück bis zum Frühjahr gut verwahren. Gibt es denn eine Fortsetzung? Für Kämpfer könnte das 16-jährige Camp auch 160 Jahre lang bestehen. Und Meier nickte nur kurz mit dem Kopf: „Diese Frage stellt sich doch überhaupt nicht!“

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