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Unterkünfte für Flüchtlinge : Asylbewerber ziehen ins Soldatenheim

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In drei Häusern auf dem früheren MFG-5-Gelände werden künftig 300 Flüchtlinge aus aller Welt betreut. Die Umbau-Arbeiten sind in der Endphase, bereits am Dienstag werden die ersten Asylbewerber die Räume beziehen. Die Stadt rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 1700 Neuaufnahmen.

„Militärseelsorger“ steht auf einem Schild vor dem Gebäude, und neben den Türen zu den Wohnräumen finden sich noch Angaben wie „Obermaat Wefer“ oder „Stabsgefreiter Niklas“. Es sind Reste der früheren militärischen Nutzung. Doch das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) hat das zwischen den Kieler Stadtteilen Holtenau und Friedrichsort gelegene Areal längst geräumt. Drei frühere Soldatenheime werden gegenwärtig zu Unterkünften für Flüchtlinge hergerichtet. Insgesamt 300 Kinder, Frauen und Männer werden hier Quartier finden, die ersten ziehen bereits am Dienstag ein.

Die Landeshauptstadt beherbergt zurzeit (Stand 4. März) 1750 Asylbewerber. Jeder sechste von ihnen (280) kam in den ersten Wochen dieses Jahres an. Zum Vergleich: 2013 wurden insgesamt 390 Neuaufnahmen gezählt, im vergangenen Jahr waren es bereits 680. Und für 2015 rechnet die Stadt nach einer Prognose des Landes mit einer weiteren Steigerung: 1700 Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten, gilt es unterzubringen.

Sozialdezernent Gerwin Stöcken spricht von einer „neuen Heimat für Menschen aus aller Welt“, die jetzt „ein Stück normales Leben“ finden können. In den MFG-5-Häusern werden in erster Linie Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran und dem Irak unterkommen. Betreut werden sie vom Christlichen Verein, der sich um Dolmetscher und Sprachkurse, um ärztliche Versorgung und auch um Schulen für den Nachwuchs kümmert. Gemeinschaftsküchen finden sich auf jeder Etage, im Keller stehen den Bewohnern Waschmaschinen zur Verfügung.

Arne Leisner, Abteilungsleiter im Amt für Wohnen und Grundsicherung, setzt auf die Solidarität der Mitmenschen. In Friedrichsort habe sich bereits eine vielköpfige Initiative gebildet, die sich um die Asylbewerber kümmern will. Wer helfen möchte, findet Ansprechpartner über die offizielle Kieler Internetseite: www.kiel. de/leben/sozial/.

Nach Angaben von Stöcken und Leisner haben Stadt und Land für den Umbau der Soldatenheime zu Flüchtlingsunterkünften insgesamt 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Wiedereröffnung der einstigen MFG-5-Sporthalle. Das wiederum freut auch die benachbarten Sportvereine: Es gibt künftig neue Hallenzeiten für ihre Athleten.  

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erstellt am 26.Mär.2015 | 21:15 Uhr

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