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Detlef Hackethal : Anti-Kandidat bei Kieler OB-Wahl

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenige Stunden vor Ablauf der Frist warf Detlef Hackethal seinen Hut ins Rennen: Mit dem Kreisvorsitzenden der Linken bewirbt sich in Kiel ein weiterer Kandidat um das Amt des Oberbürgermeisters.

shz.de von
erstellt am 04.02.2014 | 06:30 Uhr

Kiel | Detlef Hackethal (59) ist die Überraschung im Kampf um das Oberbürgermeisteramt der Landeshauptstadt. Gestern morgen um halb Neun, wenige Stunden vor Ablauf der Frist, gab er seine 280 Stimmen bei der Verwaltung ab – am Mittag wurden sie gezählt und 270 Stimmen zugelassen. Damit ist der Kreisfraktionsvorsitzende der Linken der dritte Kandidat im Bunde neben Stefan Kruber (CDU) und Ulf Kämpfer (SPD,Grüne, SSW) und steht am 23. März zur Wahl.

Detlef Hackethal tritt als parteiloser Kandidat an. „Die Linke weiß davon noch nichts“, verrät er und ist gespannt auf die Reaktion der Partei. Er war schon bei der letzten Oberbürgermeisterwahl der Überzeugung, dass die Linke einen Kandidaten aufstellen muss. „Doch sie wollten nicht.“ Auch diesmal sprach sich die Mitgliederversammlung am vorletzten Wochenende dagegen aus. Detlef Hackethal fasste seinen Entschluss deshalb relativ spontan eine Woche vor Ablauf der Bewerbungsfrist. „Freitag habe ich angefangen, die Stimmen zu sammeln.“ Und seine Motivation? Hackethal: „Ich wollte den Möbel-Kraft-Gegnern eine Stimme geben.“ Die OB-Wahl ist gemeinsam mit dem Bürgerentscheid über die Ansiedlung des Möbelhauskonzerns auf dem ehemaligen Kleingartengelände „Prüner Schlag“. „Da brauchen wir doch einen Kandidaten, der das auch vertritt und nicht nur zwei, die dafür sind“, sagt Hackethal.

Als Linke habe er die Bürgerinitiative schon lange begleitet, entsprechend einfach sei es für ihn auch gewesen, die nötigen 265 Stimmen zusammen zu bekommen. Die hat er hauptsächlich rund um das ehemalige Kleingartengelände gesammelt. Aber Möbel Kraft ist nicht sein einziges Thema, wie er betont. „Ich will auch den Armen eine Stimme geben. Es kann nicht sein, dass die Menschen in Deutschland immer mehr in die Armut getrieben werden, wir brauchen auch mal einen Rettungsschirm für die Menschen, nicht immer nur für die Banken.“

Auch Bildung ist dem Lerntherapeuten Detlef Hackethal wichtig: „Wir brauchen Gemeinschaftsschulen, die funktionieren; betreute Ganztagsschulen mit qualifizierten Kräften und nicht Ein-Euro-Jobber in der Nachmittagsbetreuung.“ Er als Fachmann merke den Anstieg an traumatisierten Kindern, das sei kein Zustand. Hackethal kann zu vielen Kieler Themen etwas sagen, und wo es falsch läuft. In der restlichen Zeit bis zur Wahl will er „den Finger in die Wunde legen“.

In den 70-er Jahren war Detlef Hackethal in der Anti-AKW-Bewegung und Kooperativen aktiv. Sein politisches Engagement begann 2005 mit der Einführung von Hartz IV als Sprecher der Wahlalternative für soziale Gerechtigkeit (WASG). Er ging in die Politik, weil er selber nicht mehr wusste, wen er wählen sollte. Ehrenamtlich kümmert er sich vor allem um Beratungsangebote für Hartz-IV-Betroffene und den Kontakt zu außerparlamentarischen Bewegungen.

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