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Vergebliches Warten : Angeklagter erschien nicht vor Gericht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern sollte der Prozess gegen einen 48-Jährigen beginnen, der vor knapp drei Jahren seiner damaligen Freundin ein Messer in den Rücken gestoßen hatte. Doch der Angeklagte erschien nicht, er machte seine „schwierige psychische Verfassung“ geltend. Doch das ließ das Amtsgericht als Entschuldigung nicht gelten.

Die blutige Auseinandersetzung liegt schon fast drei Jahre zurück: Anfang Januar 2012 hatte Thorsten S. (48) seine Lebensgefährtin schwer verletzt, als er ihr ein Küchenmesser in den Rücken stieß. Doch die juristische Aufarbeitung lässt auf sich warten. Gestern zum Verfahren vor dem Kieler Amtsgericht ist der Angeklagte nicht erschienen, nach Einschätzung der Richterin wird es wohl erst im nächsten Jahr einen neuen Termin geben. Dabei sehnt insbesondere die frühere Freundin, die vor Gericht als Nebenklägerin auftritt, den Prozess herbei. „Sie ist extrem psychisch belastet, jede Verzögerung ist ein Dornenstich in die Seele meiner Mandantin“, erklärte ihr Anwalt gestern Morgen.

Die Entschuldigung des Angeklagten für seine Abwesenheit ließ das Gericht nicht gelten. Am Vorabend hatte der 48-Jährige ein Fax an seinen Verteidiger geschickt und seine „schwierige psychische Verfassung“ geltend gemacht. Er hatte einen Ärztebericht beigefügt, in dem von schwerer Rauschgiftsucht, von Depressionen und Entzug die Rede ist. Allerdings, so trug die Richterin aus dem Schreiben vor, wurde der 48-Jährige mit „mäßiger Stabilisierung“ am Montag aus der Hamburger Suchtklinik heraus in die ambulante Weiterbehandlung entlassen – einen Tag vor dem in Kiel angesetzten Prozess.

Im Kern erkannte das Amtsgericht keine stichhaltige Entschuldigung für das Fernbleiben des Angeklagten, der sich in einer Wohngruppe in der Hansestadt aufhalten soll. Der 48-Jährige wird mit Konsequenzen zu rechnen haben – und die Mehrkosten für die vergeblich angereisten fünf Zeugen muss er ebenfalls tragen.

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erstellt am 21.Okt.2014 | 20:38 Uhr

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