Schackendorf-Prozess : Angeklagter bestreitet Mord: Verteidiger bringt anderen Täter in Spiel

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-Jährigen Mord vor. Nimmt der der Prozess einer überraschende Wendung?

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07. Januar 2019, 18:51 Uhr

Kiel | Im Indizienmordprozess gegen einen 48-jährigen Mann aus Schackendorf bei Bad Segeberg hat dessen Verteidigung den Verdacht auf einen anderen Mann gelenkt. An der Tatwaffe befänden sich nachweislich die Spuren eines Mannes, dessen Daten in niederländischen und französischen Polizeiakten im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt und Menschenhandel aufgetaucht seien, sagte Verteidiger Jonas Hennig am Montag vor dem Kieler Landgericht. Dass dieser Mann der Täter sei und die Frau erschlagen habe, sei „keine fernliegende theoretische Möglichkeit, sondern naheliegend“.

Die Bemühungen des Gerichts, den Mann ausfindig zu machen, bezeichnete der Anwalt in seinem Beweisantrag als nicht ausreichend. Der erheblich vorbestrafte und nach Aktenlage aus Polen stammende Verdächtige nutze nachweislich zwei Identitäten. Das Gericht müsse ihn ausfindig machen und laden „zum Beweis der Tatsache, dass er die Ehefrau erschlagen hat“, heißt es in dem Antrag des Verteidigers.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehemann vor, seine Frau Anfang November 2017 nach einem Streit getötet zu haben. Die 34-jährige Krankenschwester und Mutter eines inzwischen vierjährigen Sohnes starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Die Ehe galt Zeugen zufolge als schwierig, von Scheidung war die Rede.

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Zusammen mit einem Nachbarn hatte er seine Frau tot auf einem Wirtschaftsweg nahe der Autobahn 21 gefunden. Er hatte sie zuvor als vermisst gemeldet und den Nachbarn auf der Suche nach ihr mitgenommen. Das Verfahren wird am 15. Januar fortgesetzt.

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