Steigende Schülerzahlen : Anbau, Umbau oder Unterricht im Container

Containerlösungen für Schulen sind Bildungsdezernentin Renate Treutel ein Dorn im Auge. Sie will entsprechende Kapazitäten bereitstellen.
Containerlösungen für Schulen sind Bildungsdezernentin Renate Treutel ein Dorn im Auge. Sie will entsprechende Kapazitäten bereitstellen.

Im Vergleich zu den Vorjahren liegen fürs neue Schuljahr deutlich mehr Anmeldungen von Erstklässlern vor. In den Grundschulen wird’s nach dem Sommer eng, und diese Welle wird die weiterführenden Schulen demnächst auch treffen. Auch wenn die Zahlen diesmal noch sinken.

shz.de von
17. Mai 2015, 13:43 Uhr

Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr 2015/16 liegen vor. Sie bestätigen die Prognose, die Bildungsdezernentin Renate Treutel (SPD) schon vor acht Wochen gegeben hatte (wir berichteten): Mit den Bevölkerungszahlen wachsen auch die Schülerzahlen. Vor allem an den städtischen Grundschulen wird es nach dem Sommer eng, während die weiterführenden Schulen (ab Klasse 5) zurzeit noch einen Rückgang vermelden.

Gegenwärtig rechnet die Stadt an den öffentlichen Schulen mit 1869 Erstklässlern im neuen Schuljahr. Zum Vergleich: Vor einem Jahr begann für 1811 kleine Mädchen und Jungen der erste Unterricht, vor zwei Jahren waren es 1744. Diese steigenden Zahlen stellen einige Schulen vor organisatorische Herausforderungen, müssen sie doch mehr Schüler aufnehmen, als ihre Kapazität eigentlich ausweist.

Mit den neuen Baugebieten in Meimersdorf und der Ansiedlung junger Familien haben sich die Zahlen an der Johanna-Mestorf-Schule erhöht. Zum dritten Mal in Folge wird die eigentlich zweizügige Schule drei erste Klassen einrichten. Mit der Aufstellung von „mobilen Klassenräumen“ will die Stadt dem Andrang begegnen.

Ähnlich ist die Situation an der Fritz-Reuter-Schule in Friedrichsort-Pries. Ausgelegt auf eine Kapazität von 78 Erstklässlern, wird jetzt mit fast 100 Abc-Schützen gerechnet. Die vier ersten Klassen will die Schule allerdings in ihrem Hauptgebäude unterbringen. Auch die Gorch-Fock-Schule in Hasseldieksdamm sowie die Uwe-Jens-Lornsen-Schule in Hammer werden mehr Schüler als geplant aufnehmen. Auch hier heißt die Devise: Zusammenrücken.

Renate Treutel verspricht allen Eltern der künftigen Erstklässler: Die Stadt als zuständiger „Schulträger wird in Abstimmung mit der Schulleitung die notwendigen räumlichen Kapazitäten bereitstellen.“ Eine Garantie für sämtliche Schulstandorte, das hatte sie bereits im März erklärt, gibt es trotz der hohen Schülerzahlen nicht. Dafür ist nach ihren Worten die Lage in den einzelnen Quartieren zu unterschiedlich. So werden wohl die Friedrich-Junge-Schule (Schreventeich), die Grundschule Russee und die Matthias-Claudius-Schule in Elmschenhagen von gegenwärtig drei auf zwei erste Klassen herunterfahren. Die Adolf-Reichwein-Schule in Dietrichsdorf oder auch die Grundschule in Schilksee kommen sogar mit einer einzigen Anfängerklasse aus.

Im Sekundarbereich (ab Klasse 5) sinkt die Zahl der neuen Schüler im Vergleich zum Vorjahr von 1883 auf 1840. An den Gemeinschaftsschulen ohne oder mit Oberstufe sind die Zahlen mit 563 beziehungsweise 286 relativ stabil. Dafür haben die Gymnasien mit 991 Anmeldungen insgesamt knapp 40 Schüler verloren. Allein an der Max-Planck-Schule werden es mit 123 Mädchen und Jungen wohl 31 weniger sein als im Vorjahr.

Für Renate Treutel wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren jedoch drehen. „Einige Schulen kommen bereits jetzt an beziehungsweise über ihre Kapazitätsgrenzen.“ Die Bildungsdezernentin wiederholt deshalb ihre Forderung, mit dem Kieler Umland intensive Gespräche zu führen. Ein regionaler Tisch zum Thema Bildung ist für sie „unverzichtbar“.

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