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Teures Ja-Wort : Am perfekten Tag muss alles passen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kaum eine Grenze für Sonderwünsche: Bei der Hochzeitsmesse im Schloss zeigten die Aussteller, was alles möglich ist. Die Kosten für die Feier, wenn sich zwei Menschen das Ja-Wort geben, liegen dann aber auch schnell im fünfstelligen Bereich.

Möglichst individuell und mit dem gewissen Etwas, möglichst perfekt und mit reichlich Tamtam: Genauso stellen sich die Bräute von morgen ihren Hochzeitstag vor. Das wurde auf dem 22. Festival der Hochzeit am Wochenende im Kieler Schloss schnell deutlich. Und um das Ereignis zu etwas ganz Besonderem zu machen, scheuen die künftigen Ehepaare keine Kosten und Mühen. Für die 95 Aussteller der ältesten Hochzeitsmesse Schleswig-Holsteins ein lohnendes Geschäft.

Natürlich sollen auch bei der Hochzeit von Katharina Kölling aus der Nähe von Flensburg alle dabei sein. Bei der 33-Jährigen sind es sogar 180 Namen, die auf der Gästeliste für das Großereignis im Juli stehen. „Wir möchten diesen Tag einfach mit allen teilen können“, so die zukünftige Braut. Und das lässt sie sich auch einiges kosten. „Wir rechnen mit zirka 16  000 Euro.“ Bis auf die Location hat Katharina Kölling allerdings noch nicht viel. Es fehlen noch Kleid, DJ, Ringe und Fotograf. Im Kieler Schloss nutzte sie die Gelegenheit, um vielleicht noch das ein oder andere von der langen To-Do-Liste zu streichen.

Messe-Besucherin Alexandra Ficksel (Foto) hat dagegen schon fast alles abhaken können. Sie suchte sich am Wochenende nur noch ein wenig Inspiration für die Deko. Mit den Planungen hat die 28-Jährige aus Neumünster schon ein Jahr vor dem Hochzeitstermin im Juni begonnen. „Ich möchte einfach, dass alles perfekt ist. Man träumt ja schon lange von diesem einen Tag – und dann soll es auch genauso schön werden wie in den Vorstellungen.“ Mit insgesamt 80 Gästen musste sie ihr geplantes Budget von 15  000 Euro bereits um 5000 Euro erhöhen. „An unserem Hochzeitstag wollen wir einfach keine Kompromisse eingehen.“

Die Hochzeit soll vor allem eines sein: individuell. Von der besonderen Kulisse am Strand über das maßgeschneiderte Brautkleid bis hin zur ganz persönlichen Hochzeitstorte. Annina König von „Perlen aus Zucker“ präsentierte im Schloss ihre besonderen Kunstwerke aus Fondant, Teig und Zuckerperlen. Neben den maritimen Kalorienbomben, die mit Strandkorb, Anker, Rettungsringen und einem Fischerboot verziert sind, liegen düstere Torten voll im Trend, so die Süßwaren-Künstlerin. „Totenköpfe auf Torten werden sehr häufig angefragt – eben die passende Torte für Gothic-Fans.“

Bei Goldschmied Heiko Krisch aus Schönbek bei Bordesholm dürfen die Kunden gleich selbst mit Hand anlegen und ihre Trauringe mitgestalten – vom Einschmelzen des Goldes bis hin zum fertigen Ring. „Jedes Stück ist ein Unikat. Einige kommen auch mit ihren Erbstücken, wir ändern sie dann nach ihren Wünschen um“, erzählt Krisch.

Auch der Ort der Hochzeit darf für viele Paare etwas außergewöhnlicher sein. Deshalb war auch die Kirche mit einem Stand vertreten. Pastorin Simone Liepholt aus Heikendorf wollte zeigen: „Auch wir halten Trauungen beispielsweise am Strand oder im Garten ab. Viele wissen das nicht und suchen sich gleich einen freien Redner, bevor sie auf uns zu kommen.“ Fast alles sei möglich, wenn man darüber spreche. Nur bei einer Anfrage musste die Pastorin bisher Nein sagen. „Ich sollte im Tretboot im Talar hinter der Seebrücke hervorfahren. Das war selbst mir zu viel“, erzählte sie lachend.

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erstellt am 05.Feb.2017 | 18:30 Uhr

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