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Alles oder nichts – Habeck setzt auf Berlin

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kieler Umweltminister will Spitzenkandidat der Grünen werden – und tritt zur Landtagswahl 2017 nicht an

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 14:23 Uhr

Schleswig-Holsteins Vize-Regierungschef Robert Habeck geht ohne Netz und doppelten Boden in die Urwahl zur Spitzenkandidatur der Grünen für die Bundestagswahl 2017. Er werde nicht für die Landtagswahl 2017 kandidieren und auch keine „Rückfalloption“ für den Fall des Scheiterns bei der Urwahl in Anspruch nehmen, heißt es in einem Schreiben Habecks an die Parteibasis seines Landesverbandes.

Ganz neu ist die Position des Grünen Hoffnungsträgers nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte Habeck klar gemacht, er erwarte von niemandem, dass ihm im Falle eines Scheiterns bei der Urwahl „der Stuhl warm gehalten wird.“ Dies gelte bei einer erneuten Regierungsbeteiligung der Grünen nach der Landtagswahl 2017 auch mit dem Blick auf seinen Posten als Energie- und Umweltminister im Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), sagte Habeck unserer Zeitung. „Wenn es andere Bewerber gibt, dann ist es so“.

In Anlehnung an eine Redewendung aus dem Pokerspiel, bei der ein Spieler all seine Chips auf seine Hand setzt, schreibt der Grüne: „All in!“ Gemünzt ist das Schreiben auf den Landesparteitag der Grünen am 23. und 24. April in Neumünster. Auf Wunsch Habecks sollen die Delegierten über seine Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl abstimmen. Er bitte um ein deutliches und kraftvolles Votum, schreibt der Grüne Kandidat.

Klar ist: Macht Habeck bei der Urwahl das Rennen, dann hat der Möllner Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz das Nachsehen. Der profilierte Netzpolitiker hatte bereits signalisiert, nicht erneut auf Platz zwei der Landesliste kandidieren zu wollen, falls Habeck Spitzenkandidat im Bund werde.

Bei dem für Januar nächsten Jahres angesetzten Mitgliederentscheid der Grünen über die Spitzenkandidatur wird sich Habeck nicht nur gegen den Parteilinken und Grünen Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter durchsetzen müssen. Beobachter rechnen damit, dass auch der als „Superrealo“ eingeschätzte Parteichef Cem Özdemir seinen Hut in den Ring werfen wird. Gesetzt ist mit Fraktionschefin Kathrin Göring-Eckardt die weibliche Spitzenkandidatin. Leitartikel Seite 2

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