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Asylbewerber : Alle wollen helfen – niemand fragt nach Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Hilfsbereitschaft in der neu eröffneten Erstaufnahme für Asylbewerber riesig. Viele Freiwillige packen im Containerdorf mit an. Das DRK, das die Einrichtung leitet, ist dankbar für diese Unterstützung, sie schafft menschliche Nähe un d Geborgenheit.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2015 | 14:38 Uhr

Sie schenken Mineralwasser aus, übernehmen Dolmetscherdienste im Viel-Sprachen-Dorf, organisieren die Verteilung von Kleiderspenden: Dutzende von Freiwilligen sind in der neuen, am Mittwoch eröffneten Flüchtlingseinrichtung gleich neben dem Nordmarksportfeld im Einsatz. Die Bereitschaft, einfach nur zu helfen, ist enorm. Nach Auskunft von Ilka Hübner, die für das DRK die Einrichtung leitet, laufen täglich 50 Anfragen auf.

Zu den Freiwilligen gehört etwa das deutsch-türkische Ehepaar Hüseyin und Sibel Harmanci, die sich gemeinsam mit ihrer Freundin Tülay Demir auf den Weg zum „Norder“ gemacht haben. Zwar stammen viele Asylbewerber, die mit Bussen aus Neumünster Kiel erreichten, aus Syrien. Doch weil sie meist schon monatelang in türkischen Lagern gelebt haben, ist eine Verständigung auf Türkisch gut möglich. Etwa mit Osman Ahmed, der auf der Flucht vor Bürgerkrieg und „Islamischen Staat“ mit Ehefrau und sechsjährigem Sohn in Kiel gestrandet ist. Ex-Caterpillar-Mitarbeiter Hüseyin hat extra das T-Shirt seines Lieblingsvereins Galatasaray Istanbul übergezogen, denn: „Fußball verbindet.“ Die Motivation des Trios: „Wir wollen den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.“

„Kiel hilft Flüchtlingen“ heißt die Kampagne, die Faiza Tahir und Mona Grünitz vor zwei Wochen im Internet gestartet haben. Über 3000 Unterstützer haben sie mittlerweile gefunden, ein Ende der Hilfsbereitschaft ist nicht abzusehen. Mit den gespendeten Kleidungsstücken haben die beiden jungen Frauen einen Container gefüllt. Die Schuhe haben sie aus Platzmangel noch nicht ins Flüchtlingsdorf bringen können, sie lagern in einer privaten Garage. Der Bedarf aber ist groß. Viele Flüchtlinge sind in leichten Flipflops in Kiel angekommen. Faiza, die Deutsch-Pakistanerin, und Mona, die Halb-Inderin, freuen sich gemeinsam mit den Ankömmlingen: „Wir sind sehr, sehr glücklich.“  

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