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Ostring gesperrt : Alle Umleitungen laufen über seinen Schreibtisch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jens Poggensee, seit drei Jahrzehnten bei der KVG beschäftigt, ist immer dann gefragt, wenn die Stadt Straßen sperrt. Er muss Buslinien umleiten, Dienstpläne aktualisieren, Passagiere informieren. Ab Donnerstagabend fällt mit dem Ostring eine Hauptverkehrsader aus. Acht Buslinien sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2015 | 18:37 Uhr

Warum sich in diesen Tagen auf den Kieler Straßen Baustelle an Baustelle reiht, weiß auch Jens Poggensee nicht so genau. Vielleicht ist es ein Sanierungsstau, der derzeit abgearbeitet wird. Wie dem auch sei: Der Leiter des Fahrdienstes bei der Kieler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) muss ständig Umleitungen für seine Busfahrer entwerfen und die Fahrpläne umstellen.

Wegen Asphaltierungsarbeiten auf dem kompletten Ostring fehlt ihm ab morgen Abend eine Hauptverkehrsader. Tagelang hat er Ausweichrouten entworfen – die vermutlich schon wieder hinfällig sind. Denn in Ellerbek wurden auf einer Baustelle neue Blindgänger entdeckt, heute folgt wohl die Umleitung zur Umleitung.

Poggensee (56) hat vor 32 Jahren als Busfahrer damals noch bei der KVAG angefangen. Er kennt den Betrieb mit seinen 440 Mitarbeitern im Fahrdienst und auch das Kieler Straßennetz wie kein Zweiter. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich die Anordnungen des Ordnungsamtes – meist die ersten Ankündigungen über bevorstehende Straßensperrungen – verdreifacht. Darunter sind so neuralgische Punkte wie die Andreas-Gayk-Straße im Zentrum oder die Feldstraße, die nach dem Großbrand zwei Wochen lang nicht befahrbar war.

Das Projekt Ostring trägt die Nummer 74 in seinem Jahreskalender. Acht Buslinien müssen weiträumig umgeleitet, Haltestellen verlegt, Passagiere aufgeklärt werden. Längere Fahrtzeiten bedeuten auch veränderte Dienstpläne und erhöhten Personaleinsatz. Morgen Abend punkt 20 Uhr beginnt der Ausweichplan, am frühen Montagmorgen um 5 Uhr soll der Spuk vorbei sein. Und das ist dann wiederum für Poggensee eine gute Botschaft. Er hofft: „Für die nächsten 20 Jahre haben wir Ruhe auf dem Ostring.“  

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