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Gemeinsam für die Flüchtlinge : Alle packen an im neuen Spendenlager

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Organisation „Kiel hilft Flüchtlingen“ setzt mit Erfolg auf ehrenamtliche Helfer. In diesen Tagen wird eine große leerstehende Fabrikhalle als Zentrallager für Spenden hergerichtet. Jeder gibt, was er kann: seine Arbeitskraft oder Sachspenden.

Wenig Geld, dafür ein großes Herz und grenzenloses Engagement: Die Organisation „Kiel hilft Flüchtlingen“, erst vor wenigen Monaten gegründet, zählt heute 12  000 Mitglieder. Hunderte von Helfern verteilen Kleidung, Babyartikel, Bettwäsche, Schuhe und vieles andere mehr an die Flüchtlinge. Nicht nur in Kiel, auch in Neumünster, Albersdorf oder Salzau. Gegenwärtig entsteht in Gaarden ein neues Zentrallager – viele Unternehmen helfen mit Sachspenden oder kostenloser Expertenarbeit.

Die Halle an der Mühlenstraße in Gaarden gehörte einst dem Stahlbaubetrieb A. Morisse. Später zog die Stadtmission ein, anschließend war hier eine Autowerkstatt zu Hause. Jahrelang stand der Komplex leer, sämtliche Versorgungsleitungen waren abgeklemmt. Die Stadtwerke haben jetzt ihre Elektro-Azubis vorbeigeschickt, sie sollen die marode E-Anlage auf Vordermann bringen. Sobald das Netz steht, können der Wärmecontainer und die Heizlüfter angeschlossen werden. Ein weiteres Unternehmen stellt zwei Zimmerer ab, um die Dachkonstruktion zu überprüfen, ein dritter Betrieb spendiert die Büro-Einrichtung. Und Mario Plieske vom Hygienekontor Kiel sagt Seife und Desinfektionsmittel zu.

„Jeder gibt, was er kann. Die Bereitschaft ist riesig“, erklärt Sebastian Rehbach, der die Hilfsangebote koordiniert. Aktuell sucht er noch Hochregale für das geplante Lager. „Aber das finden wir“, zeigt er sich zuversichtlich. Auch Klaus Stenner, gelernter Ingenieur, ist als ehrenamtlicher Bauleiter dabei. Er lobt die Stadtwerke-Azubis, die das Projekt gut im Griff haben.

Wenn alles gut geht, können bereits in zwei, drei Wochen die Spenden aus der Gärtnerstraße ins neue größere Zentrallager umziehen. Ein eigens entwickeltes Logistikprogramm wird dann auch die Verwaltung der Bestände übernehmen. Per Knopfdruck kann die Organisation „Kiel hilft Flüchtlingen“ dann beispielsweise ganz schnell ermitteln, ob genügend Winterkleidung für zehnjährige Asylbewerber vorhanden ist – oder ob man mit einem Appell im Internet für Nachschub sorgen soll. Gesucht werden aktuell auch Kinderwagen und Buggies – pro Woche werden etwa 30 Stück benötigt.

 

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erstellt am 11.Nov.2015 | 20:18 Uhr

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