Kieler Aquarium : Algen - Seehunde auf dem Trockenen

Muss derzeit oft gereinigt werden: Das Außenbecken für die Seehunde des Geomar-Aquariums an der Kiellinie. Foto: Beckwermert
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Muss derzeit oft gereinigt werden: Das Außenbecken für die Seehunde des Geomar-Aquariums an der Kiellinie. Foto: Beckwermert

Sonne und nährstoffreiches Fördewasser lassen Algen im Seehundbecken des Kieler Aquariums sprießen. Besucher beschwerten sich über die schlechte Sicht.

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25. Juli 2013, 12:36 Uhr

Kiel | Sie robben auf dem Boden des Beckens umher, wälzen sich in Wasserlachen oder bewegen sich in den Schatten: Die fünf Seehunde des Kieler Aquariums an der Kiellinie liegen derzeit alle paar Tage auf dem Trockenen. Auch am Dienstagvormittag wieder. Grund ist eine regelrechte Algen-Explosion im Außengehege. Für die Reinigung muss der Boden abgestrahlt werden. Viel Arbeit für das Aquarium. Auch beide öffentlichen Fütterungen fallen aus.
Nachmittags sprudelt im linken Becken wieder Wasser, doch überall treiben grüne Algen-Stücke. "Da möchte ich auch nicht ’rein", sagt ein Passant im Vorbeigehen. Für die Meeressäuger ist das starke Pflanzen-Wachstum nach Angaben des Aquariums zwar unbedenklich. Aber es ist ein ästhetisches Problem. "Die Besucher beschweren sich, dass sie nichts sehen können", erklärt Leiter Michael Gruber auf Anfrage. "Die Algen wachsen in Fäden vom Boden hoch, das macht das Wasser dunkel." Und weil die Tiere auch dunkel sind, kann man sie nicht mehr gut beobachten. Deshalb, so Gruber, werde das Becken nun häufiger geleert und mit Wasserdruck gesäubert. Im Winter sei das nur etwa alle vier Wochen nötig.

Sonne fördert Algenwachstum

Grund für die Algen-Plage: Die langen Sommertage, intensiven Sonnenstrahlen und das nährstoffreiche Fördewasser, das rund um die Uhr - etwa 50.000 Liter pro Stunde - durch das Becken gepumpt wird, lassen die Algen so stark sprießen, sagt der Aquariums-Leiter. Hinzu kämen die Ausscheidungen der Tiere sowie Reste der Fische, mit denen die Seehunde täglich kiloweise gefüttert würden.
Seit gut acht Wochen macht dem Aquarium des Geomar-Instituts zudem eine gerissene Schau-Glasscheibe zu schaffen. "Mehrere Gutachter und Architekten versuchen, das technische Problem zu lösen", sagt Leiter Gruber. Von allein sei die Scheibe plötzlich gesprungen, so Michael Gruber: "Eine Tierpflegerin hörte ein leises Knacken", dann habe sich ein Riss hindurch gezogen. Die Scheibe besteht aus einem vierfach beschichteten Sicherheitsglas. Die Beschädigung sei äußerlich, beeinflusst Gruber zufolge die Sicherheit nicht. Aber auch dies sei optisch nicht schön, berge zudem ein Verletzungsrisiko für Besucher. Deshalb ist dort, so lange auf die Reparatur gewartet wird, ein Sichtschutz aufgeklebt.

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