Bootshafensommer : Akkorde an milden Abenden

Die bunten Prospekte zum Bootshafensommer präsentieren (vorne von links) Idun Hübner, Lena Wendt, (hinten v. l.) Rainer Pasternak, Manfred Wagner und Nicolas Grimm.
Die bunten Prospekte zum Bootshafensommer präsentieren (vorne von links) Idun Hübner, Lena Wendt, (hinten v. l.) Rainer Pasternak, Manfred Wagner und Nicolas Grimm.

An sechs Wochenenden lädt der Kieler Bootshafensommer (nicht nur) zur Musik mit Nachwuchsbands ein. Zwischen Mitte Juli und Ende August stehen ein Poetry Slam, ein Thementag zur Demokratie oder auch ein Benefiztag zugunsten des Feriendorfes Falckenstein an.

shz.de von
19. Juli 2018, 18:32 Uhr

Heute Nachmittag startet der Kieler Bootshafensommer in seine mittlerweile zehnte Ausgabe. Sechs Wochen lang, von Mitte Juli bis Ende August, steht die sonnige schwimmende Bühne in der Innenstadt freitags und sonnabends den Nachwuchsmusikern der Region offen. Drumherum hat sich ein anspruchsvolles wie kostenloses Programm entwickelt. In dieser Saison wird der „Bootshafensommer der Demokratie“ gebührend gefeiert.

In der Szene hat sich die Strahlkraft des sommerlichen Happenings in der Kieler Innenstadt herumgesprochen. 1500 (!) Bewerbungen haben Lena Wendt und Nicolas Grimm von Kiel-Marketing für die zumeist 45-minütigen Auftritte erhalten. Rock, Pop, Ska, Indie, Folk, Reggae, Techno, Hip-Hop – am Bootshafen wird’s bunt. Mit der Tendenz, die Abende den ruhigeren Tönen etwa der Singer/Songwriter-Barden zu reservieren.

Es darf an den insgesamt zwölf Tagen des Bootshafensommers jeder Besucher seinen eigenen Vorlieben frönen. Beispielsweise bei Wolf Barsch (17. August), der – fast so wie einst Achim Reichel – Shanties auf Rock trimmt: „Sex and Drugs and Seemannsgarn.“ Rogue Mahone (morgen um 21.30 Uhr) bürstet den Irish Folk gegen den populären Strich, Aalkreih (25. August) liefert Countrysongs auf Plattdeutsch – auch das ist nicht gerade alltäglich.

Alle Angebote sind kostenlos. Ohne die fast 30 Sponsoren würde wohl kein einziger Ton über das ruhige Wasser des Bootshafens ziehen. Die Stadt beteiligt sich, das Bundesministerium für Jugend ebenso. Der Kieler Verein „Partnerschaft für Demokratie“ stellt am 3. August sogar ein eigenes Fest für die Demokratie auf die Beine – mit kulinarischen Delikatessen aus fernen Ländern, mit Rhythmen zwischen Orient und Karibik, wie Idun Hübner und Rainer Pasternak betonten.

Das Fest der Arbeitsgemeinschaft Kieler Auslandsvereine (4. August; ab 13 Uhr) ist seit Jahren fester Bestandteil des Bootshafensommers. Chinesen, Ungarn, Russen, Philippinos (und ihre deutschen Freunde) haben hier ihre Auftritte. Auch der eigene Bootshafen-Slam (17. August) und der Bootshafen-Jam (4. August; ab 19 Uhr) gehören zum breit aufgestellten Programm.

Traditionell endet der Kieler Bootshafensommer mit einem Benefiztag (25. August). Pro verkauftem Getränk spenden die „Deichperle“ sowie „Cup & Chino“ jeweils einen Euro. Der Erlös geht diesmal an das Jugenddorf in Falckenstein. Die Anlage mit ihren 36 Zeltdachhäusern war zur Olympiade 1972 errichtet worden und dient seitdem im Sommerhalbjahr als Ferienlager und Ausflugsziel. So organisiert die Arbeiterwohlfahrt regelmäßig Strandfahrten für Mädchen und Jungen aus sozial angeschlagenen Familien. Falckenstein ist in die Jahre gekommen, ein Konzept für die Sanierung (inclusive einer Heizung für den Ganzjahresbetrieb) soll im Herbst vorliegen. Die Spende aus dem Bootshafensommer will Manfred Wagner vom Jugenddorf in hochwertige Spielgeräte investieren: „Wir können in unserem Feriendorf jeden Groschen gut gebrauchen.“

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