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Auf Segeltörn : Abschied für sechs Monate

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonnabend setzte die „Thor Heyerdahl“ mit 34 Schülern wieder ihre Segel. An Bord ist mit dem 15-jährigen Paul Krackhardt auch ein Kieler. Die Seereise führt über Teneriffa, Panama und Kuba in die Karibik. Erst im April wird der Dreimaster wieder im Heimathafen an der Schwentinemündung zurückerwartet.

Für 34 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet hieß es am Sonnabend Abschied nehmen von Familie und Freunden. Sie starteten gemeinsam mit drei Lehrern, mit Projektleiterin Dr. Ruth Merk, Kapitän Detlef Soitzek und einer zwölfköpfigen Stammbesatzung des Dreimast-Toppsegelschoners „Thor Heyerdahl“ von Kiel aus zu einem sechsmonatigen, 13 000 Seemeilen langen Segeltörn.

Die Reise führt die Crew auf den Spuren Alexander von Humboldts und Christoph Columbus’ zunächst nach Teneriffa, dann quer über den Atlantik nach Grenada, Panama und Kuba, von wo aus es schließlich über die Bermudas und Azoren zurück nach Kiel geht. Die Reise gehört zum Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ (KUS) der Universität Erlangen-Nürnberg. Ziel ist es, Jugendliche auf ihr Leben als junge Erwachsene vorzubereiten und sie zu stärken. „Dazu bietet sich ein Segelschiff als Medium geradezu an. Niemand kann weglaufen“, erklärt Projektleiterin Ruth Merk .

Wie immer steht die Fahrt unter dem Kommando von Kapitän Detlef Soitzek. Er betont, dass es keine Klassenfahrt ist, sondern „Seefahrt mit allem, was dazugehört“. Die Kinder haben nicht nur Unterricht an Bord, sie erlernen auch das seemännische Handwerk: Ausguck besetzen und Rudergänge, Segel setzen und natürlich auch für Reinschiff sorgen.

Von den aus 200 Bewerbern auserwählten 34 Teilnehmern kommt die überwiegende Zahl aus Süddeutschland, wie Soitzek und Michael Saitner, der Vorsitzende des Vereins „Thor Heyerdahl“, sagen. Zu den drei Norddeutschen an Bord gehört der Kieler Paul Krackhardt (15), der im letzten Jahr mit Eltern und Bruder vom Bodensee in den Norden gezogen war. Und wie es der Zufall wollte, war Kapitän Detlef Soitzek einer der neuen Nachbarn.

Auch wenn Paul seit 2007 segelt („alles vom Opti bis zur 29er Jolle“), ist der Törn auf dem Großsegler etwas Besonderes. Er freut sich auf die Reise, die fremden Länder und Kulturen sowie auf neue Kontakte. „Wahrscheinlich komme ich auch als ein anderer zurück als der, der heute wegfährt“, ist sich Paul sicher. An Bord gebracht wurde Paul von seinem Großvater, Dr. Günter Dust aus Lübeck. Wie alle anderen Angehörigen der jungen Segler hofft er, dass alle gesund zurückkehren.

Das aber versprach Kapitän Soitzek: „Passieren kann zwar immer etwas. Auch wenn es im Oktober und November kein Zuckerschlecken ist, das Schiff durch die Nordsee und die Biskaya zu bewegen, sind wir bestens vorbereitet.“ Das Schiff wurde in der Werft komplett überholt und erhielt auch ein neues Ruderblatt.

Am Seefischmarkt nahmen Verwandte und Freunde für sechs Monate Abschied von ihren Mädchen und Jungen, die erstmals Weihnachten ohne ihre Familie verbringen werden. „Wehmut gehört Weihnachten auf See dazu. Da ist dann aber die ganze Mannschaft die Ersatzfamilie“, wie Seebär Soitzek aus Erfahrung weiß.

Pünktlich um 11 Uhr machte die „Thor Heyerdahl“ die Leinen los. In ihrem Heimathafen wird sie am 25. April zurückerwartet.

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erstellt am 19.Okt.2014 | 20:24 Uhr

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