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Feldstrasse : Abriss für neues Studentenwohnheim?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Studentenwerk will in der Feldstraße etwa 40 neue Wohnheimplätze für Studierende schaffen – dafür soll ein ehemaliges Schwesternwohnheim des UKSH allerdings weichen.

Wohnheimplätze für Studenten in Kiel sind knapp, die Warteliste ist lang. Knapp 2000 Plätze sind auf neun Häuser verteilt. Das Studentenwerk Schleswig-Holstein plant jetzt etwa 40 neue Wohnheimplätze in der Feldstraße, ganz in der Nähe des Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Läuft alles nach Plan, könnten bereits zum Wintersemester 2017/2018 die ersten Studenten einziehen. Das bestätigte Astrid Dürkoop, Leiterin des Bereichs Wohnen und Bau im Studentenwerk, gestern auf Nachfrage. Dafür sind aus Sicht des Studentenwerks allerdings der Abriss eines zumindest äußerlich hübschen alten Gebäudes und ein Neubau notwendig.

Das neue Wohnheim soll dort entstehen, wo bis zum vergangenen Sommer ein UKSH-Schwesternwohnheim untergebracht war. Auch die Fachschaft Medizin der Kieler Universität hatte im Haus mit der Nummer 16, gegenüber vom Karl-Lennert-Krebscentrum Nord, ihr Büro. Das Gebäude mit der gut erhaltenen, dunkelroten Fassade steht leer. Es musste nach Auskunft von UKSH-Sprecher Oliver Grieve im vergangenen Sommer aufgrund von Brandschutzmängeln geräumt werden, war zu Wohnzwecken nicht mehr geeignet, sollte zurück an das Land als Eigentümer gehen. Das Land wiederum trat im vergangenen Dezember an das Studentenwerk heran. „Wir sind glücklich, dass wir das Objekt übertragen bekommen haben“, sagte Astrid Dürkoop. Solch eine Chance für Kiel habe sie nicht kommen sehen und „direkt zugeschlagen“. Leerstand sei schließlich keine Alternative.

Zuerst habe sie nicht an einen Abriss gedacht, erklärte Dürkoop. „Die Fassade ist von außen relativ gut erhalten. Das Haus hat Klasse, Stil und Charme.“ Doch nach einem Gutachten der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) koste allein eine Ertüchtigung für den Brandschutz rund 1,3 Millionen Euro, so Dürkoop. Der nicht vorhandene Brandschutz – „extrem“. Auch aus energetischen Gesichtspunkten sei das Haus nicht mehr nachhaltig. Dazu kämen weitere Renovierungskosten sowie die Beseitigung eines Durchfeuchtungsschadens im Keller: „Das ist insgesamt nicht wirtschaftlich“, sagte Astrid Dürkoop.

Für etwa 2 bis 2,2 Millionen Euro ließe sich hingegen ein „nagelneues Objekt“ an dieser Stelle errichten. „Schlank und nachhaltig ist mein Ziel“, berichtet die Wohn- und Bau-Bereichs-Leiterin. Das Studentenwerk hat bereits mit Ingenieuren und einem Hochbauarchitekten gesprochen. Derzeit wird geprüft, wie groß der Neubau werden könnte, wie viele Studentenplätze maximal entstehen könnten. „Grob geschätzt sind das 40“, so Astrid Dörkoop. Ideal seien diese natürlich für Medizinstudenten geeignet. Doch am Ende wird die Vergabe per Losverfahren entschieden.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum geplanten neuen Wohnheim: „Wir werden einen Antrag auf Abriss bei der Stadt Kiel stellen.“ Man sei bereits beim Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer vorstellig geworden. Die Stadt müsse über den Abriss entscheiden. Einen Rückbau bis zum kommenden Herbst und eine einjährige Bauzeit des neuen Hauses hält Astrid Dürkoop für realistisch.

Auch wenn die Wohnraumnot für Studenten in Kiel mit 40 neuen Plätzen zwar längst nicht gelöst würde – für das Studentenwerk ist der geplante Neubau ein „wichtiger Baustein“ auf dem Weg dorthin.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 06:02 Uhr

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