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Strafanzeige gegen Ärzte : Abrechnungsbetrug am UKSH in Kiel?

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Haben Ärzte des UKSH bei ihren Abrechnungen zu viel Geld verlangt? Das sagt die Kassenärztliche Vereinigung. Die Ermittlungen laufen.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2015 | 11:02 Uhr

Kiel | Nach dem Keim-Befall am UKSH in Kiel erschüttern jetzt neue Vorwürfe das Image des Klinikums. Laut einem Bericht der Kieler Nachrichten soll gegen einige Ärzte des UKSH eine Anzeige vorliegen. Der Vorwurf: Abrechnungsbetrug. Ärzte des Klinikums sollen wissentlich zu hohe Rechnungen ausgestellt und Leistungen unter eigenem Namen abgerechnet haben. Das sagt zumindest die Kassenärztliche Vereinigung, die die Ermittlungen mit einer Anzeige ins Rollen brachte.

Bei der Überprüfung von Abrechnungsunterlagen sei der Verdacht auf Abrechnungsbetrug im großen Umfang aufgekommen, sagte KVSH-Sprecher Marco Dethlefsen der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei gegen Verantwortliche des UKSH Strafanzeige gestellt worden. Die Zahl der im Verdacht stehenden Ärzte und die Höhe des möglichen Schadens sind bisher unbekannt.

Bereits am Mittwoch prüften die Staatsanwaltschaft sowie Ermittler demnach Unterlagen. UKSH-Sprecher Oliver Grieve sagte den Kieler Nachrichten: „Da kommt es oftmals zu Fehlern. Außerdem ist noch unklar, ob es sich um Abrechnungen des UKSH oder Rechnungen einzelner Ärzte handelt.“

Das Klinikum übergab der Staatsanwaltschaft Abrechnungsunterlagen von den Standorten Kiel und Lübeck. Oberstaatsanwältin Heß lobte die Kooperationsbereitschaft. „Wir gehen davon aus, dass im Laufe der Ermittlungen die angeblich vorhandenen Verdachtsmomente entkräftet werden“, sagte Grieve der Deutschen Presse-Agentur.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den jeweiligen Ärzten eine Anklage wegen Betrugs sowie Rückzahlungen an die Kassenärztliche Vereinigung. Sofern Ärzte Kassenpatienten behandeln wollen, brauchen sie eine spezielle Genehmigung, die auch die genauen Behandlungsregeln festlegt.

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