Kiwo 2018 : Abfallkehrer und Müllfischer auf der Kieler Woche

Im Kescher hängen keine Fische, sondern Abfallreste, die ins Wasser geflogen/geworfen/gefallen sind: Inga Buchwald sammelt an Bord des „Schiermokers“ Müll aus der Förde ein.  Fotos: Suhr (2)
1 von 2
Im Kescher hängen keine Fische, sondern Abfallreste, die ins Wasser geflogen/geworfen/gefallen sind: Inga Buchwald sammelt an Bord des „Schiermokers“ Müll aus der Förde ein. Fotos: Suhr (2)

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) sorgt tagtäglich für eine saubere Kieler Woche. Nicht nur an Land, sondern auch auf der Förde. Neben den Müllfischern ist auch die Wissenschaft unterwegs.

shz.de von
19. Juni 2018, 19:16 Uhr

Mitten in der Nacht, wenn der gemeine Kieler-Woche-Besucher noch selig in den Federn liegt, ist für die 150 Akteure des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK) Großreinemachen angesagt. Ab 3 Uhr werden Papierkörbe und Mülltonnen geleert, um 5 Uhr geht’s in die Fläche. Mit Besen, Laubpustern, Schaufeln und Kehrmaschinen werden Plätze und Straßen von Unrat befreit. Dabei arbeiten sich die Trupps sternförmig von außen zur Innenstadt vor. Das erklärt Jürgen Monzer, Vize-Bereichsleiter Straßenreinigung beim ABK.

Alles zur Kieler Woche auf shz.de finden Sie hier.

An der Kiellinie war gestern früh Teamleiter Heiko Heitmann mit 14 Kollegen im Einsatz. „Die Menge an (kaputtem) Glas nimmt wieder zu“, so Heitmann, für den ein Plattfuß an der Kehrmaschine keine Seltenheit ist. Schlimmer noch ist es am Hauptbahnhof, wo ein Wagen mit Hochdruckreiniger den Platz auch von menschlichen Exkrementen reinigt.

Den Gästen eine saubere Stadt bieten  (von links) Maik Olsson, Heiko Heitmann, Richard Hilbert und ihre 150 ABK-Kollegen.
Den Gästen eine saubere Stadt bieten (von links) Maik Olsson, Heiko Heitmann, Richard Hilbert und ihre 150 ABK-Kollegen.
 

Doch die positiven Seiten fallen stärker ins Gewicht: das Lob der Kieler-Woche-Gäste, die klare Luft am Morgen oder auch mal ein schöner Sonnenaufgang über der Förde. Erstmals kommt ein neues Ansatzgerät für die Kehrmaschine zum Einsatz, das auf Rasenflächen den Müll häckselt und aufsaugt. „Das spart Zeit und schont unsere Rücken“, betont Heitmann. Der Abfall wurde bisher von Hand eingesammelt.

ABK auf dem Wasser mit dem „Schiermoker“

Auch auf dem Wasser ist der ABK im Einsatz. Das Müllsammelboot „Schiermoker“ sorgt während der Kieler Woche für eine saubere Förde. Die Arbeit auf dem Boot wird gern angenommen“, weiß Bootsführer Sven Aldag. Er wie auch Inga Buchwald, die den Müll aus der Förde fischt, arbeiten sonst in der Verwaltung des ABK. Zwei bis drei Müllsäcke holen die beiden täglich aus dem Wasser: neben Kuriositäten wie Tisch und Bank einer Bierzeltgarnitur vor allem Kunststoffverpackungen.

Geomar-Institut erforscht Plastikgehalt in der Förde

Weshalb der „Schiermoker“ auch im Dienste der Wissenschaft unterwegs ist. Für das Geomar-Institut fährt das ABK-Boot zu Schichtbeginn eine Referenzstrecke ab und zieht mit einem Spezialnetz – 0,3 Millimeter Maschenweite – winzige Plastikproben aus dem Wasser. Die Meereswissenschaftler wollen erkunden, welchen Einfluss Großveranstaltungen auf den Plastikgehalt im Wasser haben.

Übrigens: Vor den ABK-Frühaufstehern sind einzig die Flaschensammler aktiv, die nach jeder Nacht reichlich Beute machen. Und natürlich die Möwen, auf die überall ein „gefundenes Fressen“ wartet.

Kieler-Woche-Müll in Zahlen (2017):

  • 1100 zusätzliche Abfallbehälter
  • 234 Tonnen Abfall wurden wiederverwertet
  • 7,8 Tonnen Papier, Pappe und Karton wurden aussortiert
  • 17,8 Tonnen Glas wurden entsorgt
  • 1,5 Kubikmeter Müll wurden aus der Förde gefischt

In unserem Kieler Woche-Liveblog halten wir Sie jedem Tag auf dem Laufenden.
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen