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Baltic Sea Circle : Abenteuer-Rallye mit der „Katze“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Christian Wolf und Nikolai Hotsch aus Kiel fahren 7500 Kilometer durch zehn Länder in 16 Tagen – und das mit einem 23 Jahre alten Jaguar XJ 40.

Kiel | Sie nennen ihn „die Katze“ oder einfach „Jag“ als Kurzform für den 23 Jahre alten Jaguar XJ 40, mit dem sie einmal um die Ostsee fahren wollen. Sie, das sind Christian Wolf (35) und Nikolai Hotsch (29). Beide starten am 14. Juni als „Küstenbengels“ bei der Baltic Sea Circle (BSC) Rallye: 7500 Kilometer durch zehn Länder in 16 Tagen.

„Das ist ganz viel Abenteuer und Spaß“, sagt Nikolai Hotsch. Gemeinsam mit Kollege Christian Wolf ist er schon 2013 an den Start gegangen, damals begleiteten sie die Tour für den NDR, weshalb der Spaß zu kurz kam, wie beide sagen. Doch in diesem Jahr fahren beide nur als Freunde – ganz ohne Arbeitsauftrag. „Für den eigenen Spaß und den guten Zweck“, betont Christian Wolf. Denn seit Bestehen hat die BSC den Charity-Gedanken: Die Teilnahmegebühren von 750 Euro kommen teils dem Förderverein Clubkinder, einem Kinderhospital in Westafrika, den Autonomen Jugendwerkstätten in Hamburg und der Meeresschutzorganisation Deep Wave zugute.

Daneben können sich die Teilnehmer ein eigenes Projekt suchen, dass sie unterstützen wollen. Die „Küstenbengels“ sammeln für die Kinderaugenkrebsstiftung und sind schon vor der eigentlichen Rallye in Schleswig-Holstein mit ihrer Spenden-Tombola unterwegs. Hotsch: „Unser Ziel sind 5000 Euro zusammen zu bekommen.“ Dafür putzten die „Küstenbengels“ in Kiel fleißig Klinken, um genügend tolle Sachpreise und Gewinne zu haben. Mehr als 100 können nun in den einzelnen Städten verlost werden. Zusätzlich haben alle Besucher der Spenden-Tombola die Möglichkeit sich einen Aufkleber mit „Küstenbengel“-Logo für fünf Euro zu kaufen, ihren Namen daraufzuschreiben, ihn auf „Jag“ zu kleben und so bei der Tour dabei zu sein.

Was waren die schönsten Erlebnisse 2013? Christian Wolf schwärmt von der beeindruckenden Landschaft. „Beim Übergang von Finnland nach Russland ist man zwei, drei Tage nur von Landschaft umgeben, fährt mitten durch die Tundra und plötzlich steht man in Sankt Petersburg. Das war Wahnsinn.“ Die Landschaft wird Wolf zumindest auch in Norwegen vom Beifahrersitz aus genießen können. Wolf: „Ich wurde letztes Jahr mit sechs km/h zuviel erwischt, sollte 400 Euro Strafe zahlen, die ich bis heute nicht überwiesen habe. Ich hoffe, die halten uns in Norwegen nicht an.“ Nikolai Hotsch ist sich da nicht so sicher. „Wir werden sehen“, sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. Für ihn war es die endlose Weite am Nordkap, die hellen, nicht dunkel werdenden Nächte zur Mittsommerzeit, die einen das Zeitgefühl verlieren lassen. Und die zahlreichen Begegnungen mit Einheimischen, die die erste BSC unvergessen machen. Hotsch: „Wir mussten bei einer Tagesaufgabe eine Ziege besorgen, die wir hinterm Steuer fotografieren sollten.“ Den norwegischen Bauern haben sie mit Bier, das dort bekanntlich nicht sehr günstig ist, überreden können.

Bei der BSC kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an – bei Autos die älter als 20 Jahre sein müssen, kein Wunder. „Jag“ schluckt beispielsweise rund zehn Liter, wenn er mit etwa 80 km/h durch die Gegend schnurrt. Die Teilnehmer sammeln stattdessen Punkte mit erfüllten Tagesaufgaben und der gewählten Übernachtung. „Zelten gibt die meisten Punkte“, sagt Christian Wolf. Deshalb wollen die „Küstenbengels“ auch nur zelten. Zur Ausrüstung gehört neben Kartenmaterial (Navi und Autobahnen sind verboten), ein Reparaturhandbuch, Dosenfutter und ein Gaskocher.

Und wie hält Mann es so lange auf engstem Raum aus? „Das geht schon. Genügend Wechselshirts und nicht viele Worte“, scherzt Christian Wolf. Und Nikolai Hotsch fügt hinzu: „Wir hören guten alten Rock und Hörbücher.“ 2013 hat es funktioniert – die „Küstenbengels“ kamen unter die Top 20. In diesem Jahr wollen sie besser sein – den Spaß aber im Blick behalten. Nikolai Hotsch: „Meine Eltern fanden es witzig, dass ich als Rallye mache, was sie früher als Urlaub machten. Damit ist es auch ein bisschen back to the roots.“

> Stationen der Küstenbengels: 17.05. Norderstedt vor der Post; 24.05. Heide, Südermarkt; 31.05. Flensburg Citti Park; 7.06. Lübeck, Citti Park. Infos: kuestenbengels.de oder auf der Facebook-Seite.

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erstellt am 11.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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