„Jugendtag“ : 600 Schüler besuchten Marinestützpunkt

Ein Tag nur für Jugendliche an der Tirpitzmole.
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Ein Tag nur für Jugendliche an der Tirpitzmole.

Auf Einladung der Marine haben gestern rund 600 Schüler aus dem Norden den Marinestützpunkt an der Tirpitzmole in Kiel besucht. Ziel war es, einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen zu vermitteln.

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26. Juni 2014, 05:27 Uhr

Die Marine lud Schulklassen aus dem ganzen Norden gestern zum ersten „Jugendtag“ auf dem Kieler Marinestützpunkt ein – und exakt 557 Schüler ab 14 Jahren sind gekommen. Sie ließen sich von Soldatinnen und Soldaten erklären, welche Aufgaben und Fähigkeiten die Einsatzflottille 1 hat – und auch, welche beruflichen Perspektiven es bei der Marine gibt.

Einen ganzen Vormittag lang informierten sich die Jugendlichen an insgesamt sieben Stationen über das Leben als Soldat, die Bedingungen an Bord eines Schnellbootes oder eines Minenjagdbootes. Sie begutachteten Panzer von innen und sahen Raketen und andere Waffen auf den Schiffen. Vorgestellt haben sich auch Kampfschwimmer, Minentaucher, Marinesicherungssoldaten sowie Besatzungsmitglieder von Korvetten und U-Booten. Auch die Luftwaffe sowie das Heer stellten sich vor. Im Foyer des Mannschaftsheims wurde zudem ein Teil einer 2010 gestarteten Ausstellung zur Frage „Warum Soldaten?“ von Studenten der Bundeswehr-Universität in Hamburg gezeigt. Dabei waren Passanten spontan zu Antworten aufgefordert worden. Und die waren durchaus auch kritisch – Tenor: „Wir sollten keine Soldaten haben und Lösungen friedlich suchen.“

Kapitänleutnant Rudolf Ehrlich vom Presseinformationszentrum der Marine kann Vorbehalte gegenüber der Bundeswehr nachvollziehen: „Es ist ein Beruf mit Risiko, aber ein wichtiger Bestandteil eines Staates, um dessen Interessen zu vertreten“, so der Kapitänleutnant der Reserve, der gestern zu den einzelnen Stationen des zweistündigen Rundgangs führte. Ziel des „Jugendtags“ sei es, Interesse zu wecken und einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren – „und der soll möglichst ungeschminkt sein“. Nachwuchsgewinnung sei natürlich erwünscht – Karriereberater waren vor Ort – stehe dabei aber nicht an erster Stelle. Der Tag wurde von den Jugendoffizieren organisiert, welche die Schulen eingeladen hatten.

Gefolgt waren Schüler aus Schleswig, Husum, aber auch aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg und Schwerin. Dabei war auch die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule aus Eutin. Wie fanden die Teilnehmer den Tag? „Spannend schon, aber nicht so unser Fall“, sagten beispielsweise Celine Kusserow (16) und ihre Freundin Lea Krack (15). Auf mehr Interesse stieß das Angebot bei Claas Bartels (15): „Wir haben den Aufgabenbereich der Bundeswehr kennengelernt – und viel erklärt bekommen.“ Mitschülerin Anna Petersen (14) ergänzte: „Und zwar so, dass es für Jugendliche auch begreifbar wird.“

Die Sinneseindrücke sind es wohl auch, die Schülerinnen wie Kira Seifert (15) am stärksten in Erinnerung behalten wird. Sie hatte vorher noch kein Marineschiff von innen gesehen – und fand es „sehr eng, mit unseren ganzen Taschen und Rucksäcken. Der Panzer ist genauso klein.“ Darüber hinaus genossen die Schüler aus Eutin, ebenso wie alle anderen Teilnehmer, den Ausflug abseits vom Schulunterricht. Besonders die entspannte Stimmung gefiel ihnen. Denn nach den Besichtigungen ließen sie den Vormittag bei Erbsensuppe und Kuchen ausklingen.−

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