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Feuer in FRiedrichsort : 56 Menschen verloren ihre Wohnung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Feuer brach vermutlich im Dachstuhl aus, ein Passant hatte am Sonnabend die Feuerwehr alarmiert. Ernsthaft zu Schaden kam von 56 Bewohnern des kombinierten Wohn- und Geschäftshauses niemand, das Gebäude ist jetzt aber einsturzgefährdet und auf absehbare Zeit nicht bewohnbar.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2016 | 18:03 Uhr

Um punkt 17.48 Uhr lief der Notruf in der Zentrale der Berufsfeuerwehr am Westring auf: Brand in einem kombinierten Geschäfts- und Wohnhaus in Friedrichsort. Ein Passant hatte als erster das Feuer bemerkt und die Retter alarmiert. Insgesamt 56 Personen sind in dem Gebäude an der Friedrichsorter Straße gemeldet, sie kamen ebenso heil ins Freie wie zwei Katzen. Eine einzige Bewohnerin erlitt leichte Verletzungen an der Hand, sie wurde ins Krankenhaus gebracht.

Ausgebrochen war der Brand, wie Lagedienstleiter Thomas Dreher gestern erklärte, offenbar im Dachstuhl. Die Berufsfeuerwehr war mit ihrem Löschzug zügig vor Ort, Unterstützung kam von den Freiwilligen Wehren in Suchsdorf, Schilksee, Russee und Wellsee. Insgesamt waren in Friedrichsort 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Von außen über die Drehleitern und von innen bekämpfte die Feuerwehr unter Atemschutz die Flammen. Das gestaltete sich schwierig, nicht nur weil die Wohnräume in dem Eckhaus äußerst verwinkelt waren.

Die Zwischendecken im Obergeschoss bestanden – wie so häufig in Altbauten – zwischen den tragenden Balken aus Lehm und Stroh. Immer wieder zeigten sich einzelne Glutnester, teilweise mussten die Einsatzkräfte die Dachpfannen abnehmen und die glimmende Isolierung ablöschen. „Das ist im Neubau mit den Stahlbetondecken viel einfacher“, erklärte Dreher. Nachtwachen waren stundenlang vor Ort, endgültig gelöscht war das Feuer erst am frühen Sonntagmorgen.

Vorsichtshalber hatte die Berufsfeuerwehr einen KVG-Bus organisiert. Vorübergehend wurden 16 Menschen in diesem Bus betreut. Mittlerweile haben alle Bewohner eine Unterkunft bei Freunden oder Verwandten gefunden. Das einsturzgefährdete Haus ist auf absehbare Zeit nicht bewohnbar, zurzeit ist es gesichert und gesperrt, sämtliche Leitungen sind abgeschaltet. Heute sollen die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Brandursache beginnen. Auch die Schadenshöhe steht noch nicht fest, erste Schätzungen werden erst nach der Ortsbegehung der Gutachter folgen.

Das Feuer in Friedrichsort verstärkt die Diskussion um die Einrichtung einer dritten Kieler Feuerwache. Es gibt Überlegungen, neben der Zentrale am Westring und der Ostwache in Gaarden einen weiteren Stützpunkt nördlich des Kanals einzurichten. Zumal mit den Plänen für den Wohnungsbau auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände zwischen Holtenau und Friedrichsort ein ganz neuer Stadtteil mit Tausenden von Bewohnern entstehen würde. Im Notfall könnte sich mit der dritten Wache die Fahrtzeit der Rettungsdienste zum Einsatzort beträchtlich verkürzen.  

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