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500 neue Windräder bis zum Jahr 2025

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kabinett beschließt Pläne zum Windkraftausbau / Anhörung erstmals auch online

Vier „Windgipfel“ gab es, unzählige Expertenrunden, Vorschriften, Kriterien und Verbote kamen auf den Prüfstand. Jetzt liegen sie auf dem Tisch – die neuen Regionalpläne zum Ausbau der Windenergie zwischen Nord- und Ostsee. Das Kabinett hat sie gestern in Kiel beschlossen.

1,98 Prozent der Landesfläche sind danach als Vorranggebiete für den Windkraftausbau vorgesehen. 354 solcher Gebiete gibt es. Die Zahl der Windräder soll bis 2025 um 500 auf 3600 steigen. Die Stromproduktion an Land stiege damit von derzeit 6,5 auf 10 Gigawatt. Rund 1300 außerhalb der Vorranggebiete stehende Windkraftanlagen haben nur noch Bestandsschutz bis zum Ende der technischen Lebenserwartung.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sieht in dem Beschluss des Kabinetts einen „großen Schritt“, den Ausbau der Windkraft auf eine rechtssichere Grundlage zu stellen. Zugleich bekräftigte Albig das Ziel der Landesregierung, „durch Windkraft an Land einen gewichtigen Beitrag zu einer bezahlbaren Energiewende zu leisten.“

Die neuen Regionalpläne waren notwendig geworden, weil das Oberverwaltungsgericht Schleswig die bis dahin geltenden Pläne Anfang 2015 gekippt hatte. Mit den überarbeiten Planungen wird es in Nordfriesland und Dithmarschen etwas weniger Windräder geben, Zuwächse dagegen im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

„Gerade in den stärker belasteten Regionen Schleswig-Holsteins erreichen wir eine Entlastung der Bevölkerung durch einheitliche höhere Abstände zu Siedlungen“, sagte Albig. Daneben soll die technische Nachrüstung von Altanlagen (Repowering) in Zukunft nur noch in Vorranggebieten zulässig sein.

Betreiber von Altanlagen außerhalb der neuen Vorranggebiete können zwar in Repowering-Vorranggebieten neu bauen; Voraussetzung aber ist: Sie müssen im Gegenzug zwei Altanlagen abreißen. Albig verspricht sich von dem jetzt vorgelegten Konzept weniger Wildwuchs in Gebieten, „die nicht zuletzt aus Gründen des Menschenschutzes nicht als Windkraftstandort geeignet sind“.

Konflikte über die neuen Planungen sind programmiert. Windkraftgegner haben Volksinitiativen gegen den weiteren Ausbau angekündigt. Befürworter der Windkraft rechnen mit Protesten, etwa weil Gemeinden aus den Vorrang-Planungen herausfallen.

Mit der Veröffentlichung der Regionalpläne beginnt Ende Dezember zugleich ein über sechs Monate laufendes Anhörungsverfahren, an dem sich Betroffene erstmals auch über das Internet beteiligen können. Planer rechnen „mit einer fünfstelligen Zahl“ von Einwendungen und Eingaben. Spätere Klagen sind nicht ausgeschlossen.

>Leitartikel: Sprengsatz für den Wahlkampf Seite 2
>Der Plan ist erst der Anfang

Seite 5
>„Die Sündenfälle finden sich auf der Geest“ Seite 14


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erstellt am 06.Dez.2016 | 15:09 Uhr

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