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Nordjob-Messe in Kiel : 4500 Schüler suchen den Traumjob

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Messe gastiert bis heute in der Stadt; die Idee dazu entstand hier vor 15 Jahren. Schüler aus Kiel und Umgebung nehmen an beiden Tagen an 10 000 Gesprächen teil.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 06:23 Uhr

Vielleicht ein Gespräch in der „Handwerker-Straße?“ Frisörinnen und Maurer zeigen anhand praktischer Beispiele, welche Aufgaben sie erledigen können müssen. Ob bei Polizei, Zoll und Ärztekammer, am Stand großer Unternehmen wie Lidl, Fielmann oder Deichmann oder bei der Landeshauptstadt Kiel: Überall setzen sich auf der 13. Nordjob-Messe Schüler aller Schularten aus Kiel und Umgebung mit ihrem künftigen Lebensweg auseinander. Und es gibt so viele Möglichkeiten: In der Sparkassen-Arena präsentieren 100 Aussteller – auch Hochschulen und Fachschulen – ihre Karriere-Möglichkeiten. Die Messebesucher vergleichen Ausbildung mit Studium, tauschen sich mit Klassenkameraden über Vor- und Nachteile aus.

Veranstaltet wird die Messe von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel in enger Partnerschaft mit dem Institut für Talententwicklung. Die Vorbereitung mit System zeichnet das Konzept aus, das im Jahr 2000 in Kiel entwickelt wurde – und mittlerweile an 65 Standorten in Deutschland sowie auch im Ausland erfolgreich läuft. Ein Organisationsteam besuchte im Vorfeld der Messe 77 allgemein bildende Schulen in Kiel sowie in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön. Für die interessierten Schüler wurden verbindliche Beratungsgespräche mit den Ausstellern arrangiert – rund 10  000 an beiden Tagen.

Bastian Salzmann (18) nahm dieses Angebot an. Der Rendsburger besucht das Gymnasium Kronwerk und macht kommendes Jahr sein Abitur. Auf der Messe hat er „tiefere Einblicke gewonnen“, wie er sagt. Sein erstes Gespräch mit der Helm AG hat er bereits hinter sich, er interessiert sich für die Ausbildung in der Speditions- und Logistikbranche, die an ein Studium gekoppelt ist. Doch ein Studium an der Fachhochschule Flensburg kann sich der Gymnasiast auch vorstellen – Betriebswirtschaft und Personalmanagement. Gut hat ihm gefallen, dass er den Unterschied zwischen Studium und Ausbildung deutlicher herausarbeiten konnte. Auch sein Mitschüler Dschulay Reincke (18) nutzt die Möglichkeit zum Gespräch. Johnson & Johnson hat er sich ausgesucht, das Angebot eines dualen Industriemanagement-Studiums reizt den 18-Jährigen. „Ich bin noch nicht entschlossen, erhoffe mir einen besseren Durchblick und setze auf spontane Gespräche“, sagt Dschulay Reincke.

Am gefragtesten ist der Stand der „Work and Travel“-Angebote. Es passt zum Trend, sich möglichst lange nicht festzulegen. Nach der Schule ein Jahr ins Ausland – das wollen viele Jugendliche. Oder statt einer betrieblichen Ausbildung länger zur Schule gehen. Doch darunter leidet die Wirtschaft, wie die IHK betont: „Rund 3500 Ausbildungsplätze im Land sind noch nicht besetzt“, so Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann. Die zunehmende Akademisierung, die Schere zwischen Wunschberuf und Angebot sowie der demografische Wandel verschärften das Problem. „Perspektivisch fehlen bis 2030 rund 85  000 Facharbeiter“, so Orlemann.


>  Die Messe Nordjob ist heute von 8:30 bis 14:45 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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