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Leistungssportzentrum : 30 Parzellen der Kleingärtner sollen weichen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das geplante gemeinsame Leistungssportzentrum von Holstein Kiel und THW gilt mit seiner Kombination von Fußball und Handball als beispielhaft. Doch wieder einmal müssten Schrebergärtner ihre Parzellen opfern. Schon für Möbel Kraft wurden 350 Kleingärten geopfert, diesmal in Projensdorf sind es „nur“ 30 Parzellen.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 21:16 Uhr

Den Kleingärten in Kiel droht ein weiterer Verlust. Für das geplante Leistungssportzentrum in Projensdorf müssten wohl 30 Parzellen geräumt und das Vereinsheim versetzt werden. Erst vor wenigen Monaten, bei der Weichenstellung für den Neubau von Möbel Kraft, war das Aus für 350 Schrebergärten in der Anlage Prüner Schlag gekommen.

„Das fällt uns schwer“, erklärt Werner Müller (Foto) angesichts der neuen Herausforderung. Der Vorsitzende im Kreisverband der Kleingärtner mit seinen angeschlossenen 26 Vereinen und zusammen über 10 000 Parzellen ist allerdings nicht grundsätzlich gegen das Projensdorfer Vorhaben. Immerhin seien die Fußballer von Holstein Kiel und Handballer des THW Kiel – die das Sportzentrum gemeinsam nutzen wollen – wesentliche Imageträger für Kiel.

Den Belangen der Stadt habe sich der Verband stets aufgeschlossen gegenüber gezeigt. Ob es die Ansiedlung von Ikea war, die Anbindung des Citti-Marktes oder zuletzt die Baufläche für Möbel Kraft – am Ende stand stets eine einvernehmliche Regelung mit der Stadt. So bitter es für einzelne Schrebergärtner auch gewesen sein mag.

Die Ratsversammlung will heute ihr prinzipielles Ja zum Sportleistungszentrum beschließen. Zwar soll es „keine Vorfestlegung auf das Kleingartengelände als Standort geben“, doch ein geeignetes Ausweichquartier ist nicht in Sicht. „Wir haben mit der Stadt Einigung über das Gesprächverfahren erzielt“, erklärt Hans Mehrens, ehemals Leiter des städtischen Amtes für Liegenschaften und heute juristischer Berater der Kleingärtner. Das sei aber noch keine Einigung in der Sache.

Denn das Millionenprojekt Sportleistungszentrum ist längst noch nicht eingetütet. Mitte November treffen sich Investoren, Stadt, Sportvereine und eben auch die Kleingärtner zur entscheidenden Runde. „Da geht’s ans Eingemachte“, sagen Müller und Mehrens. Sie erinnern daran, dass die Entschädigungssummen für die Kleingärtner im Falle Möbel Kraft äußerst günstig ausgefallen waren. „Daran werden wir uns orientieren“, fügen sie hinzu.

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