Geständnis : 28-jähriger Rendsburger tötet Freundin

Ein Mann aus Rendsburg hat am Freitag vor Gericht gestanden, seine 23-jährige Freundin getötet zu haben. Die Leiche wurde am Montag auf einem Feldweg gefunden. Der Täter sitzt nun hinter Gittern.

shz.de von
13. Juni 2014, 16:52 Uhr

Rendsburg/Kiel | Es ist ein bitterer Start ins Leben: Die Mutter ist tot und der Vater sitzt als Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. In Rendsburg hat sich ein furchtbares Familiendrama ereignet – zurück bleibt ein neun Monate altes Baby.

Spaziergänger hatten am Montag auf einem Feldweg nahe der A7-Raststätte Hüttener Berge die schon verweste Leiche einer Frau gefunden. Zunächst hielten die Ermittler einen Suizid für möglich. Oberstaatsanwältin Birgit Heß: „Eine in der Kieler Rechtsmedizin durchgeführte Obduktion ergab dann aber Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung, so dass von einem Tötungsdelikt ausgegangen wurde.“

Die Tote wurde als eine junge Mutter (23) aus Rendsburg identifiziert. Die Ermittler baten ihren Lebensgefährten (28) zur Vernehmung aufs Revier. „Er gestand, seine Freundin in der Nacht zum 23. Mai nach einem Streit getötet zu haben“, erklärt Polizeisprecher Matthias Arends. „Anschließend fuhr er die Leiche von der gemeinsamen Rendsburger Wohnung zu dem Feldweg.“

Bereits kurz nach der Tat soll der  Lebensgefährte und Vater des Kindes seine Freundin bei der Polizei als vermisst gemeldet haben. Es gab jedoch keine Öffentlichkeitsfahndung. Die kleine Familie lebte in einfachsten Verhältnissen, und die Getötete soll schon mehrfach tagelang verschwunden sein – kehrte aber immer wieder zurück. Davon ging die Polizei offenbar auch diesmal aus. Doch die Mutter lebte nicht mehr.

Das Amtsgericht Rendsburg hat gestern Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, der Vater des Babys wurde in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht. Der Mann soll polizeibekannt gewesen sein, Staatsanwaltschaft und Polizei schweigen dazu aber. Nach sh:z-Informationen soll der Rendsburger bereits einen Menschen getötet haben – seinen Opa (66).

Im Juli 2004, damals war er 18 Jahre alt, fuhren Enkel und Großvater samt Hund zu einem Angel-Ausflug an den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Dort kam es zum Streit. Der Opa wurde niedergeschlagen und erwürgt, seine Leiche im Schilf versteckt. Ein Spaziergänger fand den Toten, weil der Hund des Rentners laut bellte. Der 18-Jährige tauchte zunächst unter, stellte sich dann der Polizei und wurde zu einer mehrjährigen Jugendstrafe verurteilt.

Was mit  dem Baby passiert, ist noch unklar. Vorerst kümmert sich das Jugendamt um den Säugling.

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