Moby Dick : 24-Stunden-Lesung unter dem Wal-Skelett

Gut vorbereitet für die Mammut-Lesung: (von links) Astrid Großgasteiger, Sebastian Kreuzer und Kristin Hansen stellen gemeinsam mit acht Mitstreitern im Zoologischen Museum den berühmten Roman „Moby Dick“ von Herman Melville vor.
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Gut vorbereitet für die Mammut-Lesung: (von links) Astrid Großgasteiger, Sebastian Kreuzer und Kristin Hansen stellen gemeinsam mit acht Mitstreitern im Zoologischen Museum den berühmten Roman „Moby Dick“ von Herman Melville vor.

Das Kieler Werftpark-Theater wagt ein ungeheures Experiment. Es stellt das berühmte Buch mit dem fanatischen Kapitän Ahab in einer durchgehenden 24-Stunden-Lesung vor. Und das unter dem 14 Meter langen Pottwal-Skelett im Zoologischen Museum.

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16. Januar 2018, 19:13 Uhr

„Nennt mich Ismael.“ Mit diesem Satz beginnt eines der berühmtesten Werke der Literaturgeschichte, der Abenteuerroman „Moby Dick“ von Herman Melville. Und ähnlich wie der Ich-Erzähler Ismael auf dem Walfängerschiff wagt das Kieler Werftpark-Theater ein ungeheures Experiment. Es stellt das mächtige, nahezu 900 Seiten umfassende Buch in einer durchgehenden 24-Stunden-Lesung vor. Und das in einer höchst angemessenen Umgebung – unter dem 14 Meter langen Pottwal-Skelett im Zoologischen Museum.

„Das war eine Spontan-Idee der Theaterfreunde“, erzählt Astrid Großgasteiger, die Leiterin des Werftpark-Theaters. Sie war gleich mit Feuer und Flamme dabei, ebenso wie Museumschef Dirk Brandis. Er erinnert daran, dass „Moby Dick“ noch aus einer Zeit stammt, in der die Walfängerei ein lebensbedrohlicher Kampf zwischen Mensch und Natur war. „Das macht das Buch so spannend.“

Die Lesung beginnt am Sonnabend, 20. Januar, um 10 Uhr. Insgesamt elf Vorleser werden sich alle halbe Stunde ablösen. Zu ihnen gehören Kristin Hansen und Sebastian Kreuzer aus dem Werftpark-Ensemble. Etwas Vergleichbares, sagen die beiden jungen Schauspieler, über ihre Marathon-Lesung , haben sie noch nie gemacht. „Das ist ein gewaltiges Experiment. Und eine einmalige Chance für alle, die das Buch bisher nicht durchgelesen haben.“ Befürchtungen, vor dem Ende am Sonntagmorgen schlapp zu machen, haben sie nicht. Dafür ist das Buch mit seinem fanatischen Kapitän Ahab, der den weißen Wal jagt, einfach zu aufregend.

Eintrittskarten kosten 10 Euro. Sie sind für die gesamte Dauer der Lesung gültig. Das bedeutet: Wer sich mal kurz vor der Tür des Zoologischen Museums die Füße vertreten möchte, kann jederzeit wieder zurück in den Saal. Und falls jemand wegschlummert? Kein Problem, sagen die Vorleser. „Er wird irgendwann schon wieder wach.“

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