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Kieler Kriminalstatistik 2016 : 2016: Ein Drittel weniger Einbrüche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Polizei veröffentlichte gestern die aktuelle Kriminalstatistik für die Landeshauptstadt. Trauriger Spitzenreiter sind Sexualdelikte mit einem Anstieg von 22 Prozent.

In Kiel wird weniger eingebrochen – das zumindest besagt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) der Landeshauptstadt für das Jahr 2016, die gestern veröffentlicht wurde. Darin verbucht Kiel für 2016 insgesamt 301 Einbrüche weniger als im Vorjahr (926) – und befindet sich so auf dem zweitniedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 fast 26  000 Straftaten angezeigt. Das entspricht einer Verringerung um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich machen sich die Rückgänge neben den Wohnungseinbrüchen (minus 32,5 Prozent) bei der Zahl der Brandstiftungen (minus 32,5 Prozent) bemerkbar. Die Zahl der Brandstiftungen ist von 123 auf 83 Fälle deutlich gesunken. Bei der Kripo ist seit 2015 eine Ermittlungseinheit für die Sachbearbeitung aller Branddelikte in der Landeshauptstadt zuständig.

Den größten Anteil aller in Kiel begangenen Straftaten machen wie auch in den Jahren zuvor mit 48,6 Prozent die Diebstahlsdelikte aus. Einen deutlichen Anstieg verzeichnen Einzeldelikte wie Ladendiebstahl (14,9 Prozent), Raub und räuberische Erpressung (15 Prozent) und – als trauriger Spitzenreiter – Sexualdelikte mit einem Anstieg von 21,9 Prozent. Die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle hat sich im vergangenen Jahr von 3128 auf 3314 erhöht. Die Gesamtschadenssumme liegt hier bei knapp 1,6 Millionen Euro. Außerdem stellte die Polizei insgesamt 872 Fälle von Rauschgiftkriminalität fest, das sind 58 Fälle weniger als im Vorjahr. Die meisten Fälle standen im Zusammenhang mit Cannabis-Produkten. Wie Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz erklärt, ist allgemein eine Tendenz hin zu Betäubungsmitteln wie Ecstasy zu erkennen. Ebenso wurden mehr Fälle in Zusammenhang mit Heroin registriert. Sieben Drogentote gab es 2016 in der Landeshauptstadt, im Vorjahr waren es noch 14.

Parallel zum Landestrend ist die Anzahl der Rohheitsdelikte in Kiel um 5,8 Prozent angestiegen. „Die Ursachen für den Anstieg sind noch nicht klar zu erkennen“, so Bauchrowitz. Bei den Zahlen im Bereich der gefährlichen beziehungsweise schweren Körperverletzung handelt es sich um eine länger anhaltende Entwicklung.

Bezogen auf die verschiedenen Deliktsbereiche ist die Aufklärungsquote der polizeilichen Ermittlung bei 26  000 Straftaten im vergangenen Jahr auf 50 Prozent angestiegen. 2015 betrug die Aufklärungsquote noch 46,9 Prozent. So befindet sich etwa der Ermittlungserfolg der Wohnungseinbrüche im Aufwärtstrend: Die Aufklärungsquote ist gemäß PKS im vergangenen Jahr von 6,8 Prozent auf 15,7 Prozent angestiegen. „Unverzichtbar sind Hinweise aus der Bevölkerung, um Täter auf frischer Tat festzunehmen“, sagt Polizeichef Thomas Bauchrowitz. Die Polizeidirektion Kiel habe etwa durch die Verstärkung der Präsenz zu tatkritischen Zeiten, offene und verdeckte Maßnahmen bis hin zum Hubschraubereinsatz sowie eine Vielzahl von Beratungsveranstaltungen zum Einbruchschutz einen Arbeitsschwerpunkt in Sachen Wohnungseinbruch gesetzt.

Sehr hohe Aufklärungsquoten gab es 2016 mit 100 Prozent bei „Straftaten gegen das Leben“. Berücksichtigt sind in der aktuellen PKS allerdings nur Fälle, deren Ermittlung abgeschlossen gilt.Bekanntlich ist der Mörder der Rentnerin Linde Perry vom Sommer 2016 noch nicht gefasst – der Fall wurde jüngst bei „Aktenzeichen XY . . “ im Fernsehen gezeigt. . Auch Rohheitsdelikte gehören mit 83,5 Prozent zu den am häufigsten geklärten Fällen. Demgegenüber stehen niedrige Aufklärungsquoten, etwa 3,4 Prozent bei Fahrraddiebstählen.

Mit einem Anstieg um 450 Personen hat sich der Kreis der Tatverdächtigen erweitert: Insgesamt 9250 Tatverdächtige ermittelten die Beamten im vergangenen Jahr. 62,4 Prozent aller Verdächtigen sind in Kiel wohnhaft, 80,6 Prozent männlich. Überrepräsentiert sind laut PKS die 14- bis 21-Jährigen, die 18 Prozent aller Verdächtigen stellen, jedoch nur 6,7 Prozent der Kieler Bevölkerung ausmachen. 38 Prozent der Tatverdächtigen waren nichtdeutscher Nationalität. Rechnet man die rein ausländerrechtlichen Verstöße ab, ergibt sich eine Quote von 23 Prozent.

Die Landeshauptstadt weist im Vergleich mit den drei anderen kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins die niedrigste Kriminalitätsbelastung auf. Auf Landesebene ist die Zahl der Straftaten von 202  600 auf 206  500 um fast 4000 Fälle gestiegen.  

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erstellt am 05.Apr.2017 | 12:14 Uhr

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