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Neues Hochhaus : 17 Etagen: Hotel-Plan stößt auf Skepsis

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei Sterne-Haus mit Wahrzeichen-Potenzial: Ein Hamburger Projektentwickler will einen riesigen Bau an der Sparkassen-Arena errichten. Im Kieler Rathaus gibt es allerdings Bedenken wegen der Höhe.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 06:01 Uhr

Es wäre ein neues Wahrzeichen Kiels, würde in einem Atemzug genannt werden mit HDW-Portalkran und Rathausturm: Ein geplantes Hotel-Hochhaus neben der Sparkassen-Arena (Ostseehalle). Der Hamburger Projektentwickler und Bauherr Revitalis Real Estate will dort ein Drei-Sterne-Haus („Hampton by Hilton“) mit rund 200 Betten sowie Büroflächen in den oberen Etagen bauen, zudem ist ein Parkhaus mit 200 Stellplätzen angedacht. Ein Plan,der schon im Frühstadium hinter den Kulissen die Gemüter im Rathaus erhitzt.

Es ist nicht das Hotelprojekt an sich, das auf Skepsis stößt. Es ist die geplante Höhe. Mit bis zu 54 Metern Höhe, genau 71 Meter über Normalnull, würde das bis zu 17-stöckige Gebäude auch das Uni-Hochhaus mit seinen 14 Etagen überragen und die Skyline der Kieler Innenstadt stark verändern.

Laut Bebauungsplan, der seit 2003 gilt, wäre an der Stelle ein Gebäude mit bis zu 54 Metern Höhe erlaubt. Denn schon 2002 gab es die Idee, neben der Halle ein Hotel zu bauen. Damals gewann das renommierte Büro Bothe Richter Teherani den Architektur-Wettbewerb. Das Projekt kam jedoch nicht zustande.

Zurückhaltend äußerte sich gestern die CDU-Ratsfraktion, verbunden mit der Forderung nach hochwertiger Gestaltung: Die Fernwirkung des Gebäudes müsse überprüft werden, so Ratsherr Wolfgang Homeyer. Rathausintern gilt das Hotel-Projekt wegen der Höhe als politisch hochsensibel. Die Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs steht im Raum.

Filetgrundstücke in der Kieler Innenstadt wecken derzeit die Begehrlichkeiten zahlreicher Investoren. So planen die Kieler Nachrichten, die gemeinsam mit der Provinzial und Citti Anteilseigner der Ostseehalle sind, auf dem Gelände ihrer alten Druckerei den Bau eines riesigen Wohn- und Bürokomplexes. Ankermieter soll – was von Insidern als „pikant“ bewertet wird – die Stadt Kiel sein, die dort auf 5400 Quadratmetern Rathausmitarbeiter unterbringen will. Ob es sich tatsächlich um einen Zufall handelt, dass die Pläne für das Hotelhochhaus samt Parkhaus an der Arena und für den KN-Neubau zeitlich fast gleichzeitig präsentiert werden – wird von Insidern bezweifelt.

„Irritiert“ zeigte sich die Verwaltungsspitze laut Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) gestern in jedem Fall über das Vorpreschen des Hochhaus-Bauherrn, ohne die Stadt einzubinden und ohne die „vereinbarte baufachliche Vorprüfung“ abzuwarten. Ausdrücklich werde zwar ein Hotel an der Arena begrüßt, so Todeskino: „Die ersten Reaktionen haben aber gezeigt, dass gegenüber dem Projekt in seiner jetzigen Ausprägung erhebliche Bedenken existieren.“ Rieke Beckwermert/Margret Kiosz


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