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CAU Kiel : 165 Millionen Euro gegen den Uni-Verfall

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vorweihnachtliche Bescherung für die Kieler Uni: Das Land macht 165 Millionen Euro für die Gebäudesanierung locker. Die Hochschule wird über viele Jahre zur Dauerbaustelle. Im nächsten Jahr soll es auch eine Sanierungsvereinbarung mit Lübecker Hochschulen geben.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Kiel | Erkannt ist das Problem seit langem. Die Kieler Universität rottet vor sich hin. Auf bis zu 230 Millionen Euro schätzen Experten den Sanierungsstau. Der soll nun in den nächsten zehn bis 15 Jahren „aufgelöst“ werden. 165 Millionen Euro will die Regierung dazu bereit stellen. Uni-Präsident Gerhard Fouquet sprach von einem „starken Bekenntnis“ für die Landesuniversität.

Vor allem eines soll die gestern in Kiel unterzeichnete „Vereinbarung zur Sanierung und Sicherung der baulichen Infrastruktur“ der einzigen Volluniversität in Schleswig-Holstein garantieren: Planungssicherheit. Die hatte die Hochschule lange Zeit nicht, weil der Landtag in der Vergangenheit die Bauetats ein ums andere Mal als „Spardose“ behandelt hatte.

Im vergangenen Jahr dann die Kehrtwende. Nach einem Jahr mit Rekord-Steuereinnahmen und ersten Konsolidierungserfolgen legte das Parlament mit 77 Millionen Euro ein Sondervermögen „Hochschulsanierung“ auf. Vorteil dieses Modells: Die außerhalb des Landesetats „geparkten“ Mittel verfallen nicht zum Jahresende.

43 Millionen Euro wird die CAU aus diesem Fonds erhalten. Der Rest werde im regulären Haushalt finanziert, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). 40 Millionen Euro stehen hier – allerdings für alle Hochschulen in Schleswig-Holstein – zur Verfügung.

Der Startschuss für die Sanierung soll 2016 fallen. 160 der 200 Gebäude auf dem Kieler Uni-Campus sind älter als 30 Jahre, 120 sogar älter als 40 Jahre. Auch an der auf dem Kieler Ostufer gelegenen Technischen Fakultät habe sich seit 20 Jahren baulich „nichts getan“, sagte Uni-Kanzler Frank Eisoldt. Nachrüstungen gab es seither allenfalls für den Brandschutz.

Das wird nun anders, versprach Wissenschaftsministerin Waltraud Wende. Bis 2030 soll die Uni klimaneutral sein, dazu werden Dächer und Fenster erneut, die Energieversorgung modernisiert. „Wir wollen zum Aushängeschild für Nachhaltigkeit werden,“ sagte Fouquet, der die Vereinbarung als „Meilenstein“ bezeichnete. Die Hochschule werde sich nach Abschluss der Sanierung „in einem modernen baulichen Gewand präsentieren“.

Logistisch ist die während des laufenden Uni-Betriebes geplante Operation „Face-Lifting“ eine Riesen-Herausforderung, sagte Kanzler Eisoldt. Ziel sei es dabei, dass jede von Baumaßnahmen betroffene Einrichtung nur ein einziges Mal umziehen müsse.

Die Opposition reagierte zurückhaltend. Die Sanierungsvereinbarung mit der Uni Kiel sei nur auf den ersten Blick ein großer Wurf, sagte der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther. Der einzige wirkliche Vorteil sei die langfristige Planungssicherheit. Zugleich verwies Günther darauf, dass die Mittel aus dem Sondervermögen für Hochschulen „noch eine Sparrendite aus der Zeit der CDU-geführten Vorgängerregierung“ seien. FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt sprach von einem guten Signal. Die Regierung müsse aber noch ein nachvollziehbares Finanzierungskonzept dafür vorlegen, wie die fehlenden Millionen für die Sanierungen in den nächsten Jahren über den Haushalt konkret bereitgestellt werden können. Beifall gab es auch vom Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der CAU. Deren Vorsitzender Lasse Petersdotter äußerte die Erwartung, dass sich die Qualität der Studienbedingungen künftig erheblich verbessern wird.

Im kommenden Jahr will das Land auch mit der Universität Lübeck und der dortigen Fachhochschule eine Sanierungsvereinbarung unterzeichnen. 23 Millionen Euro aus dem Sondervermögen seien dafür vorgesehen.

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