zur Navigation springen

CAU Kiel : 165 Millionen Euro für Uni-Sanierung

vom

Vorweihnachtliche Bescherung für die Kieler Uni: Das Land macht 165 Millionen Euro für die Gebäudesanierung locker. Die Hochschule wird über viele Jahre zur Dauerbaustelle. Im nächsten Jahr soll es auch eine Sanierungsvereinbarung mit Lübecker Hochschulen geben.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 13:07 Uhr

Kiel | So viel Lob einer schleswig-holsteinischen Hochschule für die Landesregierung ist extrem selten: „Tausend Dank“, sagte der Kieler Universitätspräsident Gerhard Fouquet am Montag für ein „Geschenk“ der besonderen Art. Es besteht aus 165 Millionen Euro für die Gebäudesanierung und Planungssicherheit für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Die Vereinbarung darüber unterzeichneten Wissenschaftsministerin Waltraud Wende (parteilos) und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Wende sprach von einem Meilenstein in den Beziehungen zwischen Regierung und Universität. „So etwas gab es in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik des Landes noch nie“, sagte sie. „Wir bauen den großen Sanierungsstau im Land schrittweise ab“, ergänzte Heinold. Alle öffentlichen Liegenschaften des Landes wiesen einen Sanierungsstau von 1,2 Milliarden Euro auf. Dieser Bereich sei jahrzehntelang vernachlässigt worden.

Die Bauarbeiten sollen 2016 beginnen. 160 der 200 Uni-Gebäude sind älter als 30 Jahre und 120 sogar älter als 40 Jahre. Der gesamte Sanierungsbedarf an der Uni wird auf 200 bis 230 Millionen Euro geschätzt. Uni-Präsident Fouquet wertete die Zusage der 165 Millionen Euro als starkes Bekenntnis der Regierung zur Landesuniversität. Besonders erfreut war er über die Langfristigkeit: Sonst werden die Mittel jährlich zugeteilt. 43 der 165 Millionen Euro kommen aus einem Sondervermögen, das vom Land für die Hochschulsanierung angelegt wurde. Der Rest wird über den regulären Haushalt finanziert. Mit dem Geld sollen Fassaden, Dächer, Heizungen und Räume ganzer Gebäudekomplexe erneuert werden. Für die Rechtswissenschaften ist auch der Neubau eines „Juridicums“ vorgesehen. Besonderes Augenmerk werde auf Klimaschutz und Energiekosten gelegt. Bis 2030 will die Hochschule klimaneutral sein.

Eine der ersten Baumaßnahmen soll ein Neubau für Tiere sein, mit denen Mediziner oder Agrar- und Ernährungswissenschaftler arbeiten. Zu den Versuchstieren gehören nicht nur Ratten und Mäuse, sondern auch Exoten wie Geckos: Wissenschaftler testen mit ihnen, wie Besonderheiten aus der Natur auf Materialien übertragen werden können. Die Unterbringung der Tiere muss an EU-Vorgaben angepasst werden. Für 2014 plant das Land auch mit der Universität Lübeck und der dortigen Fachhochschule eine Sanierungsvereinbarung. Für sie sind aus dem Sondervermögen für den Hochschulbau 23 Millionen Euro vorgesehen.

Die Sanierungsvereinbarung mit der Uni Kiel sei nur auf den ersten Blick ein großer Wurf, befand der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther. Der einzige wirkliche Vorteil sei die langfristige Planungssicherheit. Die Mittel aus dem Sondervermögen für die Hochschulen seien letztlich noch eine Sparrendite aus der Zeit der CDU-geführten Vorgängerregierung.

FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt sprach von einem guten Signal. Die Landesregierung müsse aber noch ein nachvollziehbares Finanzierungskonzept dafür vorlegen, wie die fehlenden Millionen für die Sanierungen in den nächsten Jahren über den Haushalt konkret bereitgestellt werden können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen