Kieler Woche : 1400 Gäste: Airbnb ist zurzeit stark gefragt

Blickfang für Touristen: Der Kieler Hafen und die Kieler Woche sind attraktive Ziele.
Blickfang für Touristen: Der Kieler Hafen und die Kieler Woche sind attraktive Ziele.

Der Bettenvermittler per Internet meldet Zulauf zur Kieler Woche. Offenbar sind viele Kieler und Umlandbewohner bereit, ihre Wohnung oder zumindest ein Zimmer für ein paar Tage an fremde Gäste abzutreten.

shz.de von
18. Juni 2018, 18:08 Uhr

Das Unternehmen Airbnb, vor zehn Jahren gegründet, setzt auf praktikable und preisgünstige Alternativen. Es bringt Gäste, die eine Unterkunft suchen, und private Vermieter, die eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer frei haben, über das Internet zusammen. Für die aktuelle Kieler Woche meldet Airbnb starken Zulauf, nach eigenen Angaben haben bereits 1400 Personen in der Zeit der Festwoche über das Vermittlungsbüro gebucht.

Das entspricht mehr als zehn Prozent des gesamten Vorjahresergebnisses, als Airbnb 13 000 Buchungen (mit zusammen 30 000 Personen) für Kiel registrierte. Alexander Schwarz, Geschäftsführer für Airbnb Deutschland, bricht eine Lanze für die privaten Wohnungsinhaber oder Mieter, die entweder in ihrer eigenen Abwesenheit die Zimmer zur Verfügung stellen oder zum Teilen bereit sind: „Home Sharer erweitern das touristische Angebot und stellen zusätzliche, bezahlbare Unterkünfte zur Verfügung.“

Eva-Maria Zeiske von Kiel-Marketing erkennt den Erfolg von Airbnb durchaus an: „Natürlich greifen sie Gäste ab, aber nicht in dramatischem Ausmaß.“ Nach ihrer Einschätzung spricht das Airbnb-Angebot internationale Gäste an, die es „gewohnt sind, lokal bei Gelegenheitsvermietern unterzukommen“. Sportsegler sind für sie ein gutes Beispiel: Die haben keine großen Erwartungen und begnügen sich schon mal mit der schmalen Schlafcouch, nur um am Morgen früh wieder an Bord zu sein.

Laut Airbnb liegt der durchschnittliche Buchungspreis für ein Zimmer bei 69 Euro. „Auch wir haben Zimmer für um die 60 Euro im Angebot“, erklärt Eva-Maria Zeiske und verweist angesichts der Internet-Konkurrenz auf die Vorteile der Buchung über Kiel-Marketing und die angeschlossenen Tourist-Info. „Alle unsere Privatvermieter sind zertifiziert. Außerdem kennen wir alle Unterkünfte und ihre Ausstattung. Wir können bei Anfragen eine qualifizierte Beratung liefern.“

Dagegen sei bei Airbnb eben nicht jedes Detail geklärt, das liege in der Natur der Sache. Da müsse man unter Umständen Abstriche machen etwa bei der erwünschten Küchenzeile, der Toilette oder anderer Ausstattung. „Das ist wie mit dem Handy, das ich im Internet kaufe. Es ist preiswerter als im Laden – aber ich habe bei Beschwerden oder Fragen kaum eine Anlaufadresse.“

Mit dem aktuellen Buchungsstand der Hotels, Pensionen und Privatvermieter während der Kieler Woche ist Eva-Maria Zeiske zufrieden. Auch wenn es nach ihren Worten noch freie Kapazitäten in allen Preisklassen gibt. Das zweite Wochenende wird traditionell stärker nachgefragt als das erste. Das liegt wohl an der Windjammerparade oder am Abschlussfeuerwerk.

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