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Protest in Schilksee : 1200 Stimmen dagegen: Kapelle auch Thema in der Ratsversammlung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bürgerinitiative kämpft weiter gegen die Erinnerungskapelle auf der Kuhwiese in Kiel. Die Stadtverwaltung hingegen befürwortet das Projekt um den Entwurf des Star-Architekten Oscar Niemeyer.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 06:46 Uhr

Knapp 1200 Unterschriften hat die Schilkseer Bürgerinitiative gegen die Erinnerungskapelle auf der Kuhwiese an der Steilküste schon gesammelt, Tendenz steigend.

„Unsere spontane Aktion hat so ein Ausmaß angenommen, dass wir jetzt sagen können: Schilksee steht hinter uns“, freut sich Mitinitiator Jürgen Falkenhagen. Er hatte gemeinsam mit Gesine Stück vom SPD-Ortsverein eine Unterschriftenaktion gestartet, kurz nach Bekanntwerden der Pläne, auf einem städtischen Grundstück im Landschaftsschutzgebiet, bei Einheimischen besser bekannt als Kuhwiese, eine Kapelle für die Opfer des Flugzeugabsturzes vom 1. Juni 2009 zu errichten (wir berichteten). Der Wunsch der Hinterbliebenen: Die Kapelle nach dem Entwurf des Stararchitekten Oscar Niemeyer soll mit Blick aufs Meer errichtet werden. Die Schilkseer fühlten sich überrannt und zu spät in die Pläne einbezogen, die Anfang Dezember im Ortsbeirat vorgestellt wurden.

Entsprechend fraglich finden sie den jetzt von der Stadt anberaumten Termin Mitte Februar zur Information der Öffentlichkeit. Falkenhagen: „Todeskinos Standpunkt kennen wir schon, was will er uns Neues erzählen? Und wir werden unsere Meinung schon beim Ortsbeirat kundtun.“

Doch vorher ist die Kapelle auch Thema in der Ratsversammlung nächste Woche. Der ehemalige Hochbauamtsleiter Jens Jakobus will dann fragen, wie Todeskino „die planungs- und naturschutzrechtlichen Vorgaben überwinden will“, um die Kapelle zu bauen. Denn: „Die Baufläche liegt im Landschaftsschutzgebiet im Bereich der geologisch-morphologisch schützenswerten eiszeitlichen Schmelzwasserrinne“, weiß Jakobus. Eine Baugenehmigung auf dieser Fläche sei deshalb nach bisherigem Flächennutzungs- und Landschaftsplan so nicht zulässig. Die Schilkseer Initiative ist nicht gegen das Gebäude, sondern den Standort. Der Vorschlag, die Kapelle auf Seekamp zu errichten, widerspräche dem Wunsch der Hinterbliebenen und dem notariell beglaubigten Schreiben Niemeyers. Der stimmte der Kapelle nur als Gedenkort an die Absturzopfer zu, Seekamp steht jedoch in erster Linie für Hans Kock, den Vater des verstorbenen Moritz Kock.





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