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GrossBaustelle : 1000 Pfähle werden das Kraftwerk tragen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Gründungsarbeiten auf der Großbaustelle für das moderne Kraftwerk liegen im Zeitplan. Jeweils 329 Pfähle sind für die beiden Motorenhallen vorgesehen, in denen insgesamt 20 Gasmotoren eine Leistung von 380 Megawatt liefern sollen.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2016 | 18:30 Uhr

Bohrloch 138 bereitet noch Probleme, der Bohrer stieß auf harten Widerstand. Wahrscheinlich liegt ein Findling im Wege. Aber von diesem sperrigen Einzelfall mal abgesehen, liegen die Gründungsarbeiten für die beiden Motorenhallen des künftigen Küstenkraftwerks auf dem Kieler Ostufer im Zeitplan. Pro Halle werden 329 Pfähle etwa 16 Meter tief in den Boden gleich neben der Förde gebohrt – der erste Abschnitt soll bereits Ende des Jahres fertig sein. Das gab Jörg Teupen, Technik-Vorstand der Kieler Stadtwerke, gestern bei einem Baustellenrundgang bekannt.

Rechnet man die Trafo-Boxen und den Schornstein hinzu, werden nahezu 1000 Pfähle gesetzt. Das geschieht nicht nach dem üblichen Rammverfahren, sondern in einer erschütterungsfreien überdimensionalen Schraubtechnik. In den langen Bohrer hinein wird dann der eiserne Bewehrungskorb geschoben, der wiederum mit Beton aufgefüllt wird. Das soll, das muss für die halbe Ewigkeit halten. Jeweils zehn mächtige Gasmotoren wird jede Halle aufnehmen, nach Fertigstellung im Herbst 2018 soll das moderne Kraftwerk 380 Megawatt (MW) Energie liefern – zur Hälfte als Strom und als Fernwärme (wir berichteten). Die Pumpenhalle und der 60 Meter Wärmespeicher stehen bereits.

Teupen und sein Projektleiter Felix van de Sandt wollen die „riesige technische Herausforderung“ meistern. Pannen dürfen sie sich eigentlich auch nicht erlauben, gilt doch das Küstenkraftwerk mit den hochmodernen, eigens bei Jenbach in Österreich entwickelten Motoren als bundesweites Leuchtturmprojekt. Gegenwärtig arbeiten 50 bis 70 Männer in Hasselfelde, die Baustelle gestattet einen prächtigen Blick auf die Förde. Doch für die schmucke „Color“-Fähre, die sich gestern Vormittag an ihnen vorbeischob, haben die Arbeiter kein Auge. Ihre Aufmerksamkeit gilt einzig dem Bohrgerät.  

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