Katzheide : 1. Tag im Freibad: Hoffen auf mehr Gäste

Grün vor Algen: Das Schwimmerbecken wurde nicht aufbereitet, bleibt in diesem Sommer als Baustelle gesperrt.
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Grün vor Algen: Das Schwimmerbecken wurde nicht aufbereitet, bleibt in diesem Sommer als Baustelle gesperrt.

Zwischen sauberem Wasser im Nichtschwimmerbecken und Algen im gesperrten Schwimmerbecken: 114 Besucher kamen am ersten Tag der Saison.

shz.de von
21. Juli 2015, 06:35 Uhr

Die Wasseroberfläche leuchtet intensiv grün: Im Schwimmerbecken des Sommerbads Katzheide haben sich Algen gebildet. Wasser wurde eingefüllt, aber nicht aufbereitet, das Bassin ist zur Sicherheit gesperrt. Ein Schild warnt vor dem Betreten der Baustelle. Unkraut sprießt zwischen den Gehwegplatten. Nur wenige Schritte entfernt strampelt eine Gruppe Kinder im Nichtschwimmerbecken: die ersten zehn Teilnehmer von insgesamt 60, die in den Ferien im Freibad das Schwimmen lernen. In diesem Bereich ist der Gehweg gepflegt, das Wasser sauber und mit 23 Grad Celsius wärmer als die Außentemperatur (21 Grad Celsius). Eine Mitarbeiterin pflückt trockene Blätter vom Beckenrand.

Tag eins der neuen Saison für Katzheide. Viel wurde im Vorfeld diskutiert, einiges repariert. Bereits am Morgen zogen Frühschwimmer ihre Bahn von etwa 30 Metern, die quer im Nichtschwimmerbecken eingerichtet wurde. Am Vormittag planschten vier Jungs unter dem Wasserpilz, zwei Schwimmer kraulten hin und her.

Dicke Wolken türmen sich immer wieder über dem Freibad auf. Schwimmmeister Lüpke Reemts (52) hofft, dass das Wetter besser wird und mehr Gäste kommen. Und die Stimmung im Team? „Die ist super. Wir sind froh, dass wir das jetzt auf die Reihe gekriegt haben“, sagt Reemts. Er ist seit 30 Jahren dabei, er könnte mehr zu Katzheide sagen. Aber die Schwimmbad-Leitung möchte es nicht. Die Zahl der Tagesgäste gibt sie heraus: 114 werden bis Kassenschluss um 17 Uhr registriert. „Das ist dem Wetter entsprechend“, sagt Joachim Kläschen vom Presseamt der Stadt.

Und was sagen die Besucher? Wie wichtig ist ihnen der Erhalt des Freibads, für den ein Bürgerbegehren läuft? Die Meinungen gehen auseinander. Mehrere Eltern, deren Kinder gerade das Schwimmen lernen, sind zum ersten Mal in Katzheide. Sven Jaster etwa, der auf dem Westufer wohnt und mit Tochter Martje (4) planscht, während Sohn Jarne (6) am Kursus teilnimmt. „Katzheide ist wichtig – sonst haben wir ja kein Freibad“, sagt er. Mehr oder weniger egal ist der Erhalt der Anlage zwei Müttern, die auf ihre Töchter warten. „Wir fahren sonst eher ans Meer nach Laboe“, sagt eine, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie lebt mit Mann und zwei Töchtern im Stadtteil Wellsee. Auch Bihter Suleyman aus Elmschenhagen, deren Tochter (7) am Kursus teilnimmt, ist es „eigentlich egal“. Ihr Mann jedoch betont, vergangenes Jahr sei er mit dem Mädchen in den Ferien oft in Katzheide gewesen. Es sei nicht viel los gewesen. „Vielleicht braucht es ein anderes Konzept oder mehr Spielmöglichkeiten?“, fragt er.

Eindeutig für den Erhalt sind Doris Paulsen und ihr Mann Peter Jeß. Mit Enkel Jonathan (7) machen sie sich eine schöne Zeit im Freibad. Vorher hat Doris Paulsen Unterschriften für Katzheide gesammelt. Für sie wäre es „eine Sauerei,wenn eine Stadt kein Freibad mehr hat“.

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