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Nachhaltigkeit : 1,1 Millionen Euro für eine lebenswerte Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine gute Million Euro lässt sich das Bildungsministerium in Berlin ein Vorzeige-Projekt in Kiel kosten. Binnen drei Jahren wollen die Forscher der Universität und des Instituts für Weltwirtschaft Rezepte für einen Gleichklang zwischen Wirtschaft und Umwelt entwickeln.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 18:10 Uhr

Skeptiker würden sagen: Das Trio sucht nach der Quadratur des Kreises. Die drei Wissenschaftler Christian Henning (Christian-Albrechts-Universität Kiel) Manfred Wiebelt und Ruth Delzeit (Institut für Weltwirtschaft) sprechen dagegen vom „Weg zu einer nachhaltigeren Welt“. Ihr Projekt wird mit 1,1 Millionen Euro vom Bundes-Bildungsministerium in Berlin gefördert. Es soll in den kommenden drei Jahren Rezepte entwerfen, um Ökonomie und Ökologie wieder in Übereinstimmung zu bringen.

Dass dies in der Vergangenheit nicht gelang, belegt spätestens der Klimawandel – verursacht durch den Menschen, der ohne Rücksicht auf die Umwelt handelte und sich jahrhundertelang um die Auswirkungen nicht scherte. Jetzt ist es höchste Eisenbahn. Die Neu-Ausrichtung der Wirtschaft ist nach Ansicht der drei Kieler Forscher zu koppeln mit technischen Lösungsvorschlägen, der politischen Umsetzbarkeit – und mit der Akzeptanz des Käufers.

Gerade weil die Gesellschaft die neuen nachhaltigen Produkte konsumieren solle, müsse man im Forschungsmodell die Haltung der Endverbraucher berücksichtigen. Man befinde sich einem echten Dilemma, denn: „Jede Umstellung auf eine nachhaltigere Wirtschaftsweise fordert Opfer.“ Folgerung: Die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie erfordert „angemessene politische Steuerung.“

Beispiele für alternative Produktionen gibt es nach Worten der Forscher genug: Autoreifen aus Löwenzahn, Plastik aus Kartoffeln oder auch Flugkerosin, das aus Algen hergestellt wird, zeugen von Veränderungen im Sinne des Umweltschutzes. Bis ins Kleinste hinein wollen die drei Projektmacher diese Auswirkungen ergründen und die Machbarkeit beschreiben. Das soll zudem in einem Vergleich zwischen dem Industriestaat Deutschland und dem afrikanischen Entwicklungsland Senegal erfolgen.

Die Kieler Wissenschaftler betreiben auf der einen Seite also akribische Grundlagenforschung. Andererseits wollen sie „reale Empfehlungen für eine effiziente Politik“ liefern, um Wachstum ohne verschwenderischen Verbrauch von Ressourcen zu ermöglichen. Für das Trio steht fest, dass die Politik ihren Kurs aber erst ändert, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz wächst. Dazu soll die Arbeit im Kieler Forschungslabor beitragen. Ob sie nun zu einem kleinen Schritt führt oder zum großen Sprung, muss sich zeigen.  

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