Unfall auf der A24 : Keine Rettungsgasse: Notarzt läuft kilometerweit zu Fuß zur Unfallstelle

Bei dem Unfall auf der A24 wurden die zwei Insassen schwer verletzt.

Bei dem Unfall auf der A24 wurden die zwei Insassen schwer verletzt.

Der Wehrführer gibt den Autofahrern nicht die alleinige Schuld, hat aber ein paar Tipps für die Zukunft.

shz.de von
05. Juni 2018, 11:04 Uhr

Herzsprung | Am Montagnachmittag haben sich auf der A24 zwischen Herzsprung und der Raststätte Walsleben (Brandenburg) dramatische Szenen abgespielt. Gegen 15 Uhr war in Fahrtrichtung Berlin ein Transporter von der Fahrbahn abgekommen und hatte sich mehrmals überschlagen. Der Transporter schleuderte in ein angrenzendes Waldstück und blieb dort auf der Seite liegen. Beide Insassen aus Österreich konnten sich nicht selbstständig aus dem Fahrzeug befreien.

Die alarmierten Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst kamen allerdings nicht zur Unfallstelle durch. Der Unfall passierte in einer Baustelle, die Fahrzeuge vor der Unfallstelle hatten keine Chance für eine Rettungsgasse zu sorgen. Nur zwei Fahrzeuge der Feuerwehr und ein Streifenwagen erreichten die Unfallstelle. Alle anderen Einsatzfahrzeuge kamen nicht durch. Schlimmer noch: Ein alarmierter Notarzt musste mehrere Kilometer zu Fuß zur Unfallstelle laufen, ebenso die Kameraden der Feuerwehr. Eine RTW-Besatzung schob die Trage mit allen medizinischen Geräten durch den kilometerlangen Stau. 

„Es war eine Katastrophe. Wir kamen mit den großen Feuerwehrfahrzeugen nicht durch. Nachdem das erste Einsatzfahrzeug durchgefahren war, haben die Autofahrer die Rettungsgasse wieder geschlossen“, sagte Steffen Müller von der Freiwilligen Feuerwehr Wittstock. Und es kam noch schlimmer. „Die Autos standen dann so dicht, dass überhaupt kein Fahrzeug mehr durchkam“, ergänzte Müller.

In der Baustelle auf einer Seite aufreihen

Ein solches Verhalten erleben Rettungskräfte immer wieder. Das bestätigte auch die Autobahnpolizei in Walsleben. „Die Rettungsgasse muss immer freigehalten werden“, sagte Müller.

„Innerhalb der Baustelle ist ohnehin wenig Platz. Man kann den Lkw-Fahrern und Autofahrern gar keinen Vorwurf machen. Aber die Gasse war vorher frei, wenige Minuten später aber wieder zu und dann ging gar nichts mehr“, sagte Müller. Autofahrern empfahl Müller gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“, sich an einer so engen Stelle generell nur auf einer Seite aufzureihen. Auf diese Weise schaffe man genügend Platz für die Rettungsfahrzeuge.

Beide Insassen wurden bei dem Unfall schwer verletzt und mussten ins Klinikum nach Neuruppin gebracht werden. Lebensgefahr besteht aber nicht, teilte die Autobahnpolizei mit. In Höhe der Unfallstelle staute sich der Verkehr auf mehrere Kilometer zurück.

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