14-Jährige in Harburg missbraucht : Zweiter Prozess wegen Gruppenvergewaltigung: Heute soll es das Urteil geben

Am Hamburger Landgericht läuft der Prozess.

Am Hamburger Landgericht läuft der Prozess.

Vier Angeklagte soll das Mädchen missbraucht und die Misshandlung mit dem Handy gefilmt haben.

shz.de von
06. Juni 2018, 07:08 Uhr

Hamburg | Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg-Harburg wird am Mittwoch gegen 13 Uhr das Urteil erwartet. Drei Jugendliche und ein junger Mann aus Serbien hatten sich am 11. Februar 2016 in einer Wohnung an dem betrunkenen Mädchen vergangen, wie das Landgericht bereits in einem ersten Prozess festgestellt hat. Die drei Jugendlichen, darunter zwei Deutsche und ein Serbe sowie eine 15-jährige Deutsche filmten das Geschehen mit dem Handy. Dann legten drei der Angeklagten ihr Opfer frühmorgens bei eisiger Kälte kaum bekleidet in einem Hinterhof ab.

Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile des Hamburger Landgerichts vom 20. Oktober 2016 aufgehoben, die Feststellungen zum Tatgeschehen jedoch bestätigt. Demnach hätten sich drei Jugendliche und ein junger Mann am 11. Februar 2016 an dem betrunkenen Mädchen in einer Wohnung vergangen.

Ein Nachbar wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei. Das Landgericht hatte die fünf Angeklagten im Oktober 2016 zu Haftstrafen verurteilt - vier jedoch auf Bewährung. Dies hatte teilweise für Empörung gesorgt. Gegen das Urteil gingen Staatsanwaltschaft und drei Angeklagte in Revision. Der Bundesgerichtshof hob die Urteile auf, bestätigte jedoch die Feststellungen zum Tatgeschehen.

Der Bundesgerichtshof hat das Landgericht unter anderem aufgefordert, auch den Straftatbestand der Aussetzung zu prüfen. Das ist der Fall, wenn jemand eine Person in eine hilflose Lage und Lebensgefahr bringt. Sollte die Strafkammer das in ihrem Urteil nun bejahen, könnten sich die Strafen verschärfen. In dem Verfahren geht es in erster Linie um den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person. Der Gesetzgeber bezeichnet diese Straftat inzwischen auch als Vergewaltigung.

Das 14-jährige Mädchen hatte zur Tatzeit unter der Obhut des Jugendamtes gestanden. Eine 15 Jahre alte Mitbewohnerin hatte es mit zu der Geburtstagsfeier in Harburg genommen. Dort tranken die Jugendlichen zum Teil erhebliche Mengen Alkohol. Die 14-Jährige hatte zunächst einvernehmlichen Sex mit einem 16-Jährigen. Als sie anschließend alkoholbedingt widerstandsunfähig war, missbrauchte sie der 21-Jährige, dann die drei anderen jungen Männer. Schließlich legten sie das Mädchen im Hinterhof ab. Die 14-Jährige musste im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden.

Der zweite Prozess lief seit Januar unter Ausschluss der Öffentlichkeit, zur Urteilsverkündung sollen Zuschauer zeitweise zugelassen werden. Die Vorsitzende der Jugendstrafkammer, Anne Meier-Göring, hatte den Ausschluss damit begründet, dass die Angeklagten vor Bloßstellung und Stigmatisierung durch die Medien geschützt werden müssten.

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