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Hamburg-Neugraben : Zweijährige getötet – Mutter erstattete vorher Anzeige gegen ihren Ehemann

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Das Kind wurde in einem Mehrfamilienhaus tot aufgefunden. Der Vater ist tatverdächtig und auf der Flucht.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 10:16 Uhr

Hamburg | „Mein Gott, wie traurig.“ Mit diesen Worten fasst eine Bäckereiverkäuferin in Hamburg-Neuwiedenthal am Dienstag die Gefühle ihrer Kunden nach dem gewaltsamen Tod eines zweijährigen Mädchens zusammen. Die 29-Jährige hat selbst drei Kinder und hat früher in derselben Straße im benachbarten Stadtteil Neugraben-Fischbek gewohnt, in der das Verbrechen geschah: Ein 33-Jähriger soll seine kleine Tochter getötet haben. Die Polizei stellte bei dem toten Kind eine Schnittverletzung am Hals fest. Der unter dringendem Tatverdacht stehende Vater flüchtete, nach ihm wurde gefahndet.

Die 32 Jahre alte Mutter der Zweijährigen sei am Montagabend zur Polizei gegangen, um Anzeige gegen ihren Ehemann wegen Bedrohung zu erstatten, sagte ein Polizeisprecher. Gemeinsam mit Polizisten fuhr sie dann zur Wohnung der Familie, die nach Angaben der Ermittler aus Pakistan stammt. Dort wollten die Beamten dem Ehemann ein Hausverbot erteilen. Beim Betreten der Wohnung entdeckten sie das tote Mädchen.

Der verdächtige 33-Jährige war verschwunden. Die Mutter erlitt einen Schock und wurde betreut. Die Frau hat außerdem einen Sohn, der ebenfalls betreut wurde. Bevor sie zur Polizei ging, hatte sie den Sechsjährigen anderswo untergebracht. „Grauenhaft, traurig“, sagt Nachbarin Fatma Keklikci. In die Betroffenheit der etwa 40 Jahre alten Frau mischt sich Wut. „Es ist Wahnsinn, ich könnte echt Schimpfwörter sagen.“

Den 33-Jährigen beschreibt sie als „hochaggressiv“. In der Wohnung der Familie sei es oft laut geworden. Die Polizei sei einige Male gekommen, auch Mitarbeiter des Jugendamts. Eine Sprecherin des Bezirksamts Harburg bestätigt, dass die Familie dem Jugendamt bekannt war. Laut Polizei gab es mehrere Fälle von häuslicher Gewalt. Keklikci sagt, die Mutter habe offensichtlich keinen Kontakt zu Nachbarn haben dürfen, nicht mal „Guten Morgen“ habe sie gesagt.

„Wir haben echt Angst“, sagt Bäckereiverkäuferin Saliha Gajiran. Zur Tatzeit habe sie bei Freunden Kaffee getrunken, auf dem Heimweg am späten Abend sah sie zahlreiche heranrasende Polizeifahrzeuge. Sicherheitshalber habe sie sich von ihrem Mann abholen lassen.

Im Stadtteil leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, das Viertel ist aber kein Ghetto. Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie höhere Wohnblocks stehen nah beieinander. Das Haus in dem die Tat geschah, ist ein zweistöckiger Plattenbau. Das Gebäude wurde vermutlich in den 70er Jahren errichtet und ist etwas in die Jahre gekommen. Auf der Wiese vor dem Haus gebietet ein Schild: „Fußballspielen und Hunde verboten - Grünflächen schonen“. Vor den Eingang wenige Meter weiter haben Nachbarn zwei Teddys und mehrere Kerzen gestellt.

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