zur Navigation springen

Prozess in Hamburg : Zwei Kinder missbraucht – Urteil erwartet

vom

Mit einem Hund soll ein 63-Jähriger eine Fünfjährige von einem Hamburger Spielplatz in seine Wohnung gelockt und es dort missbraucht haben. Nicht nur wegen dieser Tat muss er sich vor Gericht verantworten. Heute soll das Urteil fallen.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 10:09 Uhr

Hamburg | Im Missbrauchsprozess gegen einen 63-jährigen Mann aus Hamburg-Harburg wird am Mittwoch ein Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich an einem fünfjährigen Mädchen und einem achtjährigen Jungen vergangen zu haben. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexueller Nötigung und Körperverletzung sowie Freiheitsberaubung angeklagt. Mit einem Hund soll der Beschuldigte die Kinder in seine Wohnung gelockt und missbraucht haben.

Es war ein Samstag im November 2013: Das fünfjährige Mädchen spielt mit einer Freundin am Nachmittag auf einem nahe gelegenen Spielplatz im Phoenix-Viertel. Ihr Interesse gilt einem Hund. Dann verschwindet sie. Zunächst suchen die Mutter und Angehörige selbst nach dem Kind. Als die Suche erfolglos bleibt, ruft die Mutter gegen 21 Uhr die Polizei. Etwa 40 Polizisten unterstützen die Familie.

Schließlich kann ein Nachbar den gesuchten Mann identifizieren. Gegen 23 Uhr klingeln mehrere Anwohner an der Tür des Verdächtigen. Der bestreitet aber, dass das Mädchen in seiner Wohnung sei. Als Bernd L. wenig später aus dem Mietshaus läuft, umstellen Nachbarn ihn und rufen die Polizei. Gegen 23.35 Uhr können Polizisten den Mann festnehmen und das gefesselte Mädchen befreien. Die Fünfjährige kommt traumatisiert und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

Laut Medienberichten soll sich Bernd L. den Hund zuvor bereits mehrere Male von einem Nachbarn ausgeliehen haben – angeblich, um mit dem kleinen Tier an der Seite mehr Ausgaben einer Obdachlosenzeitung verkaufen zu können. Außerdem soll er schon mehrfach in Begleitung von kleinen Mädchen gesehen worden sein. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten sich nach der Tat dazu und zu anderen Details äußern.

Ebenfalls mit dem Hunde-Trick soll der Angeklagte bereits einige Monate zuvor - im Sommer 2013 - einen achtjährigen Jungen dazu gebracht haben, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Dort soll er dem Kind einen Pornofilm gezeigt und ihm Alkohol zu trinken gegeben haben. Die Anklage wirft ihm vor, dann das Gesicht des Jungen gestreichelt und ihn unsittlich berührt zu haben. Der Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht einschlägig vorbestraft.

Die Hauptverhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dem Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert