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ANSTOSS – Die HSV-Kolumne : Zu viel Geld, zu wenig Klasse: Knäbel auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Es fehlt an Struktur und Ideen an den wichtigen Stellen im Verein - meint Lars Zimmermann.

Hamburg | Der Star ist der Trainer. Bruno Labbadia ist momentan das Gesicht des HSV. Die Anerkennung hat er  verdient. Schließlich hat er es geschafft, den praktisch abgestiegenen Dino wieder zu einem halbwegs stabilen Erstligisten zu machen. Allerdings steht der Trainer auch aus einem anderen Grund im Mittelpunkt. Es fehlt an herausragenden Spielern.

Das Team funktioniert einigermaßen. Aber leistungsmäßig sticht keiner aus der Masse heraus. Mit dem jetzigen Kader ist auf Dauer nicht mehr als ein Platz im unteren Mittelfeld drin. Mehr gibt die individuelle Klasse der einzelnen Akteure nicht her. Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ist nach den beiden vergangenen Horrorspielzeiten  völlig in Ordnung, kann aber auf lange Sicht nicht der Anspruch des HSV sein.

Allerdings hat man nicht den Eindruck, dass die Führungsetage um Dietmar Beiersdorfer und Peter Knäbel einen Plan für einen langfristigen Aufschwung hat. Die Bosse verweisen gern auf die finanziellen Sorgen des Vereins. Was  häufig verschwiegen wird:  Trotz allem haben die Hamburger mehr als 17 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben. Das mag in England nur ein Taschengeld sein, das dort sogar mittelmäßigen Zweitligisten nur ein müdes Lächeln entlockt. In der Bundesliga geben aber nur die absoluten Spitzenklubs mehr aus.

Das Problem der vergangenen Jahre besteht weiterhin: Der HSV bekommt für zu viel Geld zu wenig Klasse. Das zeigt sich schon daran, dass die meisten Neuzugänge erst auf den letzten Drücker kommen. Bei Vereinen wie Köln steht der neue Kader dagegen schon Monate vorher. Es fehlt in Hamburg offensichtlich an vorausschauender Planung.

Dass sich das bisher nicht geändert hat, liegt vor allem in Knäbels Verantwortung und wiegt noch viel schwerer als irgendwelche Rucksackaffären sowie sein missglücktes Trainergastspiel. Der Direktor Profifußball hat bisher noch nicht bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, Manager eines Fußball-Bundesligisten zu sein.

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erstellt am 15.Nov.2015 | 06:00 Uhr

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