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Zollbericht 2015 für Schleswig-Holstein : Zoll findet Tausende Drogen-Tabletten auf einen Schlag

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Zoll in Schleswig-Holstein zeigt, was er im vergangenen Jahr an Schmuggelware gefunden hat. Der größte Fund lauerte im ICE nach Kopenhagen.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 15:39 Uhr

Kiel | Zollbeamte haben in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr in mehr als 6500 Fällen Schmuggel verhindert. Zu den größten Fällen zählt die Entdeckung von rund 16.000 Tabletten des Drogenersatzstoffes „Subutex“ bei einer Kontrolle in einem ICE in Richtung Kopenhagen, wie die Leiterin des Hauptzollamtes Kiel, Martina Nagel, am Donnerstag bei der Jahresbilanz des Zolls sagte.

Die beiden Täter wurden vom Landgericht Lübeck bereits zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Die in den Niederlanden für einen Euro je Stück gehandelten Tabletten haben in Skandinavien einen Verkaufswert von 30 Euro.

Es war aber nicht der einzige Schmuggelversuch dieser Art im vergangenen Jahr. Insgesamt stellten die Beamten bei Kontrollen 23.900 Tabletten sicher, die für den skandinavischen Markt gedacht waren. Sie seien in den Niederlanden mit einem einfachen Rezept erhältlich, fielen in Deutschland aber unter das Betäubungsmittelgesetz, sagte Nagel. Ebenfalls in einem ICE aus Hamburg in Richtung Kopenhagen erwischten die Fahnder einen Drogenschmuggler mit 12,5 Kilogramm Kokain im Handgepäck. Der Täter wurde von einem Gericht zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Mitte Dezember stellten Zollfahnder in Lübeck-Travemünde im einem dort aus Lettland ankommenden Lkw 9,3 Millionen Zigaretten sicher. „Das war ein Lkw randvoll mit Zigaretten“, sagte Nagel. Die Schmuggler hätten sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Ware zu verstecken. „Das Baltikum ist ein Einfallstor für Schmuggelwaren“, sagte Nagel.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der beiden Hauptzollämter Kiel und Itzehoe war erneut die Schwarzarbeit. Der Zoll prüfte 1766 Arbeitgeber im Land. Die ermittelte Schadenssumme betrug insgesamt 17,2 Millionen Euro. Die Beamten leiteten 4906 Straf- und Bußgeldverfahren ein. Die Verantwortlichen mussten insgesamt gut sechs Millionen Euro an Geldstrafen zahlen.

Unter anderem ermittelten die Kontrolleure gegen einen Taxiunternehmer und seine Mutter. Das Duo ließ 64 Fahrer falsch- oder unangemeldet für sich arbeiten, wie sich bei den Ermittlungen herausstellte. Dadurch seien die Sozialabgaben um 700.000 Euro reduziert worden, sagte Nagel. „Ein etwas kurioser Umstand kam uns dabei zupass: Die Taxifahrer, die angeblich freie Tage hatten, wurden zum Teil geblitzt durch die Polizei“, sagte Nagel. Der Unternehmer wurde schließlich zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, seine Mutter zu sechs Monaten. Bevor der Mann schließlich Privatinsolvenz anmeldete, hatten die Behörden bereits einen sogenannten Arrestbeschluss über 400.000 Euro vollstreckt.

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