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Hamburg : Zoll beschlagnahmt gefälschtes Parfüm im Wert von 40 Millionen Euro

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Die Menge würde reichen, um 500 Badewannen zu befüllen. An die Produzenten ist schwer heranzukommen.

Hamburg | Der Hamburger Zoll hat im vergangenen Jahr rund 500.000 Flakons gefälschtes Parfüm beschlagnahmt, das geht aus der Bilanz für 2016 hervor. Der verhinderte wirtschaftliche Schaden belaufe sich auf 40 Millionen Euro, sagte der Sprecher des Hauptzollamts Hamburg-Hafen, Udo Storch, am Mittwoch. Im Herbst seien zunächst drei Container mit Plagiaten verschiedener Marken aus dem Verkehr gezogen worden. In den folgenden Wochen fanden die Beamten acht weitere Container mit gefälschtem Parfüm aus China.

Mit der Gesamtmenge könnte man 500 Badewannen füllen, sagte Storch bei der Präsentation von sechs Containerladungen. Tatsächlich wisse man nicht, um was für Flüssigkeiten es sich handele, sagte der Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbands, Martin Ruppmann. Er warnte die Verbraucher vor solchen Produkten: „Sie riskieren Ihre Gesundheit durch Hautausschläge und Ekzeme.“ Wenn es um gefälschte Sonnenschutzmittel gehe, könne es zu Verbrennungen kommen, weil nicht klar sei, ob die Mittel überhaupt einen Schutzfaktor hätten.

Die Produzenten der gefälschten Markenware können nach Angaben des Zolls nur schwer zur Rechenschaft gezogen werden. Die deutschen Behörden stünden aber im Kontakt mit chinesischen Stellen, sagte Storch. Eine Parfümfälschung zu erkennen, ist oft nicht schwer. Die vom Hamburger Zoll gefundenen Flakons trugen etwa den Namen „Loacaste“ ohne das Krokodil als Lacoste-Markenemblem, oder die Verpackungen mit dem Aufdruck „Versace“ waren deutlich größer als die Originalprodukte. Öffne man die Schachtel, fühlten sich die Fläschchen oft schon schmierig an, weil sie nicht ordentlich verschlossen seien, sagte Ruppmann.

Die Hamburger Zollämter stellten im vergangenen Jahr auch andere gefälschte Markenprodukte in größeren Mengen sicher, darunter vor allem Spielzeugwaren wie Baukästen und Merchandising-Artikel zu aktuellen Kinofilmen sowie Sportschuhe und Bekleidung. Der verhinderte wirtschaftliche Schaden bei allen beschlagnahmten Fälschungen zusammen belief sich auf 84,5 Millionen Euro.

Bei den insgesamt über 1,4 Millionen Kontrollen, darunter auch Container oder Koffer, die durchleuchtet werden, entdeckten die Beamten noch weitere verbotene Waren, wie Produkte streng geschützter Tiere, nicht zugelassene Arzneimittel und Drogen. Sie beschlagnahmten knapp 120 Kilo Kokain, 60 Kilo Haschisch und 61.000 Ecstasy-Pillen.

Das Rauschgift werde zunehmend über die Rip-off-Methode geschmuggelt, sagte der Leiter des Hauptzollamts Hamburg-Hafen, Michael Schrader. Dabei würden die Drogen einfach in eine Reisetasche verpackt und im europäischen Zielhafen über Bord geworfen. Die Empfänger spürten die Lieferung mit Hilfe eines Peilsenders auf. Eine genaue Bilanz der 2016 in Norddeutschland beschlagnahmten Drogen und Schmuggelzigaretten will das Zollfahndungsamt Hamburg am Freitag in Bremerhaven vorstellen.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 13:30 Uhr

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