Nach Auftritt in Augsburg : YouTube-Star Leon Machère wegen Polizisten-Beleidigung verurteilt

Leon Machère in einem seiner Youtube-Clips.

Leon Machère in einem seiner Youtube-Clips.

Im März 2017 soll Machère Polizisten mit „Du“ angeredet haben. Später sprach er im Netz von „Scheißpolizisten“.

shz.de von
07. Mai 2018, 10:15 Uhr

Hamburg/Augsburg | Der von der Videoplattform YouTube bekannte Filmer Leon Machère wurde am Montag wegen Polizistenbeleidigung vom Augsburger Amtsgericht verurteilt. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 32.500 Euro. Der Einspruch des 26-Jährigen gegen einen entsprechenden Strafbefehl wurde verworfen.

Weder Machère noch sein Rechtsanwalt erschienen zu der Verhandlung. Eine kurzfristig von dem Angeklagten vorgelegte Krankheitsbescheinigung wurde von dem Amtsrichter nicht als Entschuldigung akzeptiert. Der Richter erklärte, dass die Tat als solche im Vorfeld eingeräumt worden sei. Mit dem Einspruch habe nur die Höhe der Strafe überprüft werden sollen.

Hintergrund der Anklage ist ein Auftritt des Hamburgers im März 2017 in Augsburg. Weil Machère, der bei YouTube mehr als 2,1 Millionen Abonnenten hat, in der Stadt war, soll sich am Augsburger Königsplatz eine Fangruppe von etwa 1200 Kindern und Jugendlichen gebildet haben. Da die Versammlung nicht angemeldet war und die Polizei in dem Gedränge ein Sicherheitsrisiko sah, nahm sie den Video-Star mit auf die Wache.

Dort soll Machère die Beamten beleidigt haben, indem er sie mit „Du“ anredete. Auf später im Internet veröffentlichten Videos sollen laut Anklage allerdings noch deutlich üblere Beleidigungen gefallen sein, so soll dort beispielsweise auch von „Scheißpolizisten“ die Rede gewesen sein.

Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen war im Vorfeld der Verhandlung von Machère nicht zu erhalten.

Auch in seiner Heimatstadt hatte Machère, der bürgerlich Rustem Ramaj heißt, bereits Ärger mit der Polizei. Weil er in einem Video mit Blaulicht durch die Hamburger Innenstadt gefahren ist und Passanten anhielt, wurde gegen Machère im vergangenen Sommer ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet.

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