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Immobilien in Hamburg : Wohnungsmangel könnte durch Häuser vom Fließband reduziert werden

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Die Idee dahinter: Durch standardisierter Module und Typenhäusern wäre Wohnraum schneller und billiger zu errichten.

Hamburg | Wohnungen „von der Stange“ sollen helfen den akuten Wohnungsmangel in Hamburg zu beheben. Dafür hat sich der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) gestern bei der Vorlage einer Studie zum „seriellen Bauen“ ausgesprochen. Die Idee dahinter: Dank standardisierter Module und Typenhäusern wäre Wohnraum schneller und billiger zu errichten. Laut den Autoren wären bei konsequenter Umsetzung des Prinzips Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent möglich.

Der Wohnungmangel in Hamburg beschäftigt die Stadt seit über fünf Jahren. Die Mieten steigen seit 2011 beständig. Aktuell liegen die durchschnittlichen Mieten laut BNP Paribas bei 9,90 Euro pro Quadratmeter in den einfachen und bei rund 14,90 Euro pro Quadratmeter in den sehr guten Lagen.

VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner zu den Vorteilen des „seriellen Bauens“: „Hohe Baukosten, lange Bauzeiten und teils übertriebene Anforderungen erschweren den zügigen Bau bezahlbarer Wohnungen. Der serielle beziehungsweise modulare Bau könnte Abhilfe schaffen.“ Sein Verband vertritt 332 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit 746.000 Wohnungen, in denen etwa 1,5 Millionen Menschen leben.

Laut der Studie könnten beim seriellen Bauen ohne Weiteres eine große Anzahl von Wohnungen nach dem gleichen Standard entstehen, und das unabhängig von der Bauweise. Werden identische Typenhäuser an mehreren Orten gebaut, entfielen die Kosten für den Architekten. Der Einsatz vorgefertigter Elemente spare weiteres Geld. Dabei gelte: Je größer das Baugebiet, desto größer die wirtschaftlichen Vorteile. Systembauweise rechne sich erst ab mindestens 100 Einheiten.

Ängste vor Fließbandarchitektur halten die Befürworter für unbegründet. Zu Vorbehalten gegen „Häuser von der Stange“ heißt es im Gutachten: „Es wird oftmals nicht gesehen, dass inzwischen auch bei typisierten Gebäuden eine große Variabilität möglich ist, etwa durch eine unterschiedliche Fassadengestaltung oder -materialien.“

Breitner machte zugleich Druck auf Hamburgs Behörden, bürokratische Hemmnisse für Serienbauten zu beseitigen. Vor allem bei der Grundstücksvergabe, den Genehmigungsverfahren und bei individuellen Vorgaben für Bauprojekte sei in den Bezirken „noch viel Luft nach oben“.

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) zeige sich offen für das Thema. Sie nannte Typenhäuser und serielles Bauen einen „wichtigen Ansatz für mehr bezahlbaren Wohnraum“ und verwies auf erste Schritte in diese Richtung. „Gemeinsam mit Architekten, Planern und der SAGA entwicklen wir Typenhäuser in hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität.“ Auch setze sich der Senat für entsprechende Typengenehmigungen und zügige Genehmigungsverfahren ein.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 18:35 Uhr

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